Dickes Minusgeschäft: Verlust-Unternehmen unter den İSO 500 haben sich verdoppelt

Aktuell haben 120 Unternehmen in den Top 500 der Istanbuler Handelskammer Verluste eingefahren. Im Jahr zuvor waren es nur 66. Angeführt wird die İSO 500 von Türpaş, einer privaten türkischen Ölgesellschaft.

Die Zahl der mit Verlust arbeitenden Industrieunternehmen stieg von 66 im Jahr 2010 auf 120 in 2011. Das geht aus der Liste der „500 größten Industrieunternehmen“ hervor, die von der Istanbuler Industriekammer (İSO) herausgegeben wurde. In dem Bericht wird auch darauf hingewiesen, dass der Anteil der 500 größten Industrieunternehmen am Bruttoinlandsprodukt sich von 9,3 Prozent im Jahr 2010 auf neun Prozent im Jahr 2011 verringerte (der türkische Industrieminister will Wissenschaftler zurück in die Heimat holen – mehr hier).

Tüpraş, die einzige Ölraffinerie der Türkei, führt die İSO 500 derzeit an. Es ist das größte Industrieunternehmen der Türkei mit einem Umsatz von 27,4 Milliarden Lira, so İSO-Vorstandsvorsitzender Tanıl Küçük im Rahmen eines Pressegesprächs, in dem der İSO 2011 Report vorgestellt wurde. Derart erfolgreich war Tüpraş bereits im Jahr zuvor. Das Unternehmen verfügt über vier Ölraffinerien und über eine jährliche Verarbeitungskapazität von Rohöl von 28,1 Millionen Tonnen.

74 neue Unternehmen im İSO-Report

Der İSO-Report listet Unternehmen in Bezug auf ihre Umsatzerlöse und Netto-Produktion. In diesem Jahr waren 74 neue Unternehmen dabei. 19 davon wollen jedoch anonym bleiben. „Die Resultate des İSO 500 zeigen, dass 2011 kein glänzendes Jahr für Industrieunternehmen war, trotz des positiven wirtschaftlichen Kurses und abgesehen vom hohen Leistungsbilanzdefizit. Die Rentabilitäts-Indikatoren, insbesondere der Jahresüberschuss /-fehlbetrag und der Mehrwert, haben im Vergleich zu 2010 abgenommen, auch die finanziellen Strukturen haben sich verschlechtert, während sich die Produktion und die Bruttoumsätze im Jahr 2011 im Vergleich zu 2010 verbessert haben.“

Gemessen an den Umsatzzahlen folgen der türkischen Ölraffinerie Ford Automotive mit 8,5 Milliarden Lira, Oyak-Renault mit 7,3 Milliarden Lira, EÜAŞ mit 7 Milliarden Lira und Tofas mit 6,3 Milliarden. Diesen Top 5 folgen Arçelik mit 6,2 Milliarden Lira, Ereğli Eisen und Stahl mit 5,2 Milliarden Lira, İskenderun mit 5 Milliarden Lira, İÇDAŞ mit 4,8 Milliarden Lira und Aygaz mit 4,5 Milliarden Lira. Innerhalb der 100 größten Industrieunternehmen finden sich nur acht staatliche Betriebe.

Etwas anders gestaltet sich das Ranking hinsichtlich der Profitabilität. Hier wird die Liste von TPAO mit 1,8 Milliarden Lira angeführt, gefolgt von EÜAŞ mit 1,3 Milliarden Lira. Erst an dritter Stelle folgt hier Tüpraş mit 1,26 Milliarden Lira. Danach kommen Eti mit 841 Millionen und Ereğli mit 837 Millionen.

İSO 500: Exportanstieg um 17.8 Prozent

Insgesamt sind die Exporte der gelisteten Unternehmen im vergangenen Jahr um 17.8 Prozent gestiegen. Eine Zahl, die allerdings unterhalb der 18,5 Prozent Steigerung der gesamten Exporte war, die die türkische Wirtschaft im gleichen Jahr erzielte. Führend in Sachen Export ist die Automobilbranche (Honda will in der Türkei künftig auf Motorräder setzen – mehr hier). Sie macht 25.3 Prozent der İSO 500 aus. Die Branche registrierte ein Wachstum von 14,7 Prozent bei den Exporten im vergangenen Jahr. Ihr auf dem Fuße folgt die Metallindustrie mit einer Exportsteigerung von insgesamt 31,7 Prozent. Sie stellt insgesamt 19,8 Prozent der Ausfuhren der Liste. Die drittgrößte Branche auf der Liste ist die Chemikalien-, Erdölprodukte- und Kunststoff-Industrie mit einem 17,8 Prozent-Anteil. Die Industrie verzeichnete einen Anstieg der Exporte von 16,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Mehr zum Thema:

YASED: Türkei erhält bis Ende 2012 mehr als 16 Milliarden Dollar Direktinvestitionen
EU-Minister Egemen Bağış: Türkische Wirtschaft soll umweltfreundlich werden
Spanischer Recycling-Riese Befesa investiert 120 Millionen Dollar in der Türkei

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.