Aus der Traum von Olympia: Türkische Athletin wird suspendiert!

Die Olympischen Spiele in London sind noch nicht einmal eröffnet, schon zieht das Doping-Gespenst im Olympischen Dorf ein. Für die türkische Athletin Meryem Erdoğan und acht weitere Sportler hört der Wettbewerb auf, noch bevor er angefangen hat. Der Weltverband IAAF hat sie des Dopings überführt.

Bei Meryem Erdoğan wurden Veränderungen im Blutbild gemessen. (Foto: DTN)

Bei Meryem Erdoğan wurden Veränderungen im Blutbild gemessen. (Foto: DTN)

Wie der IAAF mitteilte, seien sechs der neun Kandidaten durch einen so genannten indirekten Nachweis überführt worden, da Daten aus ihrem biologischen Pass Auffälligkeiten gezeigt hätten. Die restlichen drei hätten eigentlich ebenfalls auf der Hut sein müssen. Sie gerieten durch Nachtests der WM 2011 im südkoreanischen Daegu ins Visier. Acht der neun Dopingsünder, acht Frauen und ein Mann, wurden jetzt mit einer zweijährigen Suspendierung belegt. Einer von ihnen erhielt sogar vier Jahre Sperre.

Die türkische Langstreckenläuferin Erdoğan, der Marokkaner Abderrahim Goumri, die Griechin Iríni Kokkinaríou sowie die Russinnen Svetlana Klyuka, Nailiya Yulamanova und Yevgenina Zinurova wurden bereits seit 2009 engmaschigen Kontrollen unterzogen. Erdoğan und ihre drei russischen Kolleginnen konnten durch ein Geständnis ihre Strafen von vier auf zwei Jahre senken. Goumri wurde vom marokkanischen Verband bereits mit einer vierjährigen Sperre belegt. Gegen die Entscheidung kann der 36-Jährige, der erfolgreich am Chicago, London und New York Marathon teilnahm und den Internationalen Marathon in Seoul 2011 gewann, allerdings noch vorgehen.

Meryem Erdoğan: Europarekord über 10.000 Meter

Auf der in Äthiopien geborenen Meryem Erdoğan, bei der Veränderungen im Blutbild gemessen wurden, ruhten große Hoffnungen. Vor zwei Jahren brach sie bei den Europameisterschaften in der Kategorie U-23 den Europarekord über 10.000 Meter (31:55.53) und löste damit die Russin Tatyana Petrova ab (32:17.49). Damals kam die junge Frau als Vierte ins Ziel. Siegerin war die Portugiesin  Ines Monteiro mit 31:13.58. Der Traum von einer Medaille bei den Olympischen Spielen 2012 ist für Erdoğan nun ausgeträumt (es sind vor allem die Frauen, die sich derzeit mit herausragenden sportlichen Leistungen hervor tun – mehr hier).

Im Zuge der Doping-Überführungen betonte IAAF-Präsident Lamine Diack: „Die Bekanntgabe unterstreicht den fortgesetzten Kampf der IAAF gegen Doping in der Leichtathletik. Es demonstriert zudem, dass die IAAF fortschrittliche Methoden einsetzt, um Doping zu entdecken.“ Im so genannten Blutpass, der unter anderem auch im Radsport geführt wird, werden die Daten von Dopingproben gesammelt und anschließend miteinander verglichen. Erstmals auf Grund dieses Dokuments überführt wurde der Portugiese Hélder Ornelas im vergangenen Mai.

Premier Erdoğan als Ehrengast in London dabei

Die türkische Delegation ist in diesem Jahr mit einer Rekordzahl an Athletinnen und Athleten nach London gereist, um dort eine „ganze Generation zu inspirieren“. Während der Olympischen Sommerspiele vom 27. Juli bis zum 12. August werden ganze 114 türkische Sportlerinnen und Sportler mit von der Partie sein. Zum Vergleich: Bei den Spielen in Beijing vor vier Jahren waren es nur 67 Athletinnen und Athleten. Erstmals sind zudem mehr Frauen als Männer am Start. Persönlich die Daumen drücken wird der türkische Premier Recep Tayyip Erdoğan. Er folgt der Einladung seines britischen Kollegen David Cameron und kommt als Ehrengast nach London. Es ist das erste Mal in der Geschichte, dass ein türkischer Premierminister eine solche Einladung vom Gastgeberland Olympischer Spiele erhalten hat (Istanbuls Chancen auf 2020 stehen derzeit so gut wie nie – mehr hier).

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