Ein Baby für türkische Gebärmutter-Empfängerin: Ärzte arbeiten an nächster medizinischer Sensation

Am Akdeniz Universtitätskrankenhaus könnte sich bereits in wenigen Wochen die nächste medizinische Sensation ereignen. Die Mediziner bereiten dort die Einsetzung eines Embryos vor. Empfängerin ist aber nicht irgendeine Frau. Es handelt sich um Derya Sert. Bei ihr gelang die erste erfolgreiche Gebärmutter-Transplantation der Welt.

Am 9. August 2011 gelang Ärzten an der jungen Frau ein medizinisches Wunder. Erstmals überhaupt hatten sie einer jungen Frau die Gebärmutter einer verstorbenen Spenderin eingepflanzt (auch Wochen später sah alles gut aus – mehr hier). Die 22-Jährige kam ohne Uterus zur Welt. Mit der Transplantation unter der Leitung von Professor Dr. Ömer Özkan, die ohne größere Komplikationen verlief, wurde sie im vergangenen Sommer ein Stück mehr zur Frau.

Seit der Transplantation hatte Derya bereits elf Mal ihre Menstruation. Wie das Universitätskrankenhaus weiter berichtet, soll der eingesetzte Uterus voll funktionsfähig sein. Jetzt will das Ärzteteam den nächsten Schritt gehen und plant die Verpflanzung bisher eingefrorener Embryonen vornehmen. Die von ihrem Ehemann befruchteten Eizellen sollen im kommenden September übertragen werden. Gelingt auch dieser Eingriff, haben es die türkischen Mediziner mit einer erneuten Premiere zu tun. Dann wäre Derya die erste Frau auf der Welt an der dieser Eingriff unter diesen Umständen durchgeführt wurde.

Bereits die Transplantation im vergangenen Sommer schürte die Hoffnungen unter Millionen von unfruchtbaren Frauen auf der ganzen Welt, die eines Tages ein eigenes Kind im Arm halten wollen. Wird Derya nun wirklich schwanger, scheint es zudem wahrscheinlich, dass andere Länder wie die USA, Schweden und Japan sich nun ebenfalls in der Gebärmutter-Transplantations-Chirurgie versuchen werden.

Dosis der Immunsuppressiva wurde reduziert

Dr. Münire Erman Akar, Leiter der Abteilung für Geburtshilfe und Gynäkologie am Klinikum in Akdeniz, erklärte gegenüber den türkischen Medien, dass man bereits damit begonnen habe die Dosis der Immunsuppressiva, die bisher zur Vermeidung einer Organabstoßung eingenommen wurden, zu reduzieren. Sobald diese Dosis auf ein Minium heruntergefahren worden sei, könne man mit dem Embryo-Transfer beginnen. Derzeit stünden den Ärzten hierfür acht hochwertige Embryonen zur Verfügung. Um eine Mehrlingsschwangerschaft zu vermeiden, bekäme die junge Frau aber nicht mehr als einen pro Versuch eingesetzt.

Falls der erste Versuch scheitert, wird das Team alle zwei Monate einen weiteren Embryo einpflanzen“, so Akar weiter. Gleichzeitig weist der Mediziner jedoch darauf hin, dass Patientinnen wie Derya höheren Gefahren von Bluthochdruck, Frühgeburten oder intrauteriner Wachstumsretardierung ausgesetzt seien. Falls es zu einer Schwangerschaft kommt, werde das Baby deshalb schon in der 33. oder 34. Woche per Kaiserschnitt geholt. Darüber hinaus werde die Patientin während der gesamten Schwangerschaft im Krankenhaus unter Beobachtung stehen und der Uterus nach der Geburt entfernt. Letzteres müsse geschehen, damit die Patientin nicht ihr gesamtes Leben lang  Immunsuppressiva, die auch mit einem höheren Krebsrisiko verbunden sind, einnehmen müsse.

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