US-Wahlkampf: Religion spielt hier kaum eine Rolle

Die religiösen Bekenntnisse von US-Präsident Barack Obama und seinem republikanischen Herausforderer Mitt Romney spielen bei den Präsidentschaftswahlen im kommenden November offenbar kaum eine Rolle. Das ergab eine am vergangenen Donnerstag veröffentlichte Umfrage des Washingtoner Pew Research Centers.

60 Prozent der Wähler seien sich demnach bewusst, dass Romney ein Mormone sei. Für 81 Prozent spielt das zudem überhaupt keine Rolle. Sein Bekanntheitsgrad habe sich in den letzten vier Monaten seit den republikanischen Vorwahlen überdies kaum verändert. Der Pew-Bericht hält hierzu fest: „Ein Unbehagen über Romneys Religion hat wenig Einfluss auf die Abstimmungs-Preferenzen.“  Republikaner und weiße Evangelikalen würden Romney überwiegend stützen und zwar unabhängig von ihrem Blick auf seinen Glauben. Demokraten und Säkulare würden ihn hingegen ablehnen – ebenfalls unabhängig davon.

Nur die Hälfte weiß, dass Obama Christ ist

Auf der anderen Seite steht US-Präsident Barack Obama. Er ist Christ, doch der Glaube, dass er Moslem sei, hält sich auch vier Jahre nach seiner Wahl hartnäckig. 17 Prozent der Wähler glauben das noch immer. Zum Vergleich: 49 Prozent geben heute an, er sei Christ, gegenüber 55 Prozent kurz vor dem Ende seiner Kampagne 2008. 31 Prozent sagen hingegen, sie wissen nicht, welche Religion Obama habe. Unter den konservativen Republikanern sind 34 Prozent der Ansicht, dass der Demokrat Obama ein Muslim sei. Ein Wert, der deutlich gestiegen ist. Vor vier Jahren waren es 16 Prozent (Das Vertrauen der Türken in US-Präsident Obama steigt. Im Vergleich zu 2011 hat es sich sogar verdoppelt – mehr hier).

Insgesamt finden 45 Prozent der Wähler seine Religionszugehörigkeit in Ordnung. Fünf Prozent gaben an, dass das für sie überhaupt keine Rolle spiele. 19 Prozent empfinden hingegen ein gewisses Unbehagen. Auf der anderen Seite stimmen etwa zwei Drittel der Wähler, bzw. 67 Prozent, mit folgender Aussage überein: „Es ist mir wichtig, dass ein Präsident starke religiöse Überzeugungen hat.“ Dieser Wert hat sich in den vergangenen zehn Jahren nur geringfügig verändert. 66 Prozent sprechen sich übrigens dagegen aus, dass Kirchen oder andere Gotteshäuser politische Kandidaten aufstellen sollten (die Türkei warnte die NATO: Koran-Verbrennung darf nie wieder geschehen – mehr hier).

Die Telefonumfrage des Pew Forum on Religion & Public Life und des Pew Research Center for the People & the Press wurde vom 28. Juni bis zum 9. Juli dieses Jahres durchgeführt. Befragt wurden 2,973 Erwachsene, davon 2,373 registrierte Wähler.

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