12,7 Millionen Touristen in 2012: Zwei Prozent weniger als im Vorjahr kommen in die Türkei

Die Zahl der ausländischen Gäste in der Türkei hat in den ersten sechs Monaten des Jahres 2012 einen leichten Rückgang erfahren. Bisher sind knapp über 12,7 Millionen Gäste eingetroffen. Diese Zahlen veröffentlichte das Ministerium für Kultur und Tourismus in der vergangenen Woche.

Nach Angaben des Ministeriums kehrte sich der Abwärtstrend der ersten fünf Monate des Jahres 2012 im vergangenen Juni um. Zu diesem Zeitpunkt strömten nahezu 3,9 Millionen ausländische Besucher ins Land. Dennoch waren es 3,8 Millionen weniger als im selben Monat des Vorjahres.

Die meisten Touristen zieht es nach wie vor nach Istanbul. (Foto:flickr/HBarrison)

Die meisten Touristen zieht es nach wie vor nach Istanbul. (Foto:flickr/HBarrison)

In der ersten Hälfte des Jahres waren es vor allem die Deutschen, die in die Türkei kamen. Sie stellten die größte Besuchergruppe. Erst im Juni wurden sie von den russischen Touristen abgelöst. Im Zeitraum von Januar bis Juni kamen nahezu zwei Millionen Gäste aus der Bundesrepublik. Deutschland gehört zu den größten Handelspartnern der Türkei. Daneben leben hier rund drei Millionen Türken. Aus Russland kamen in dieser Zeit ganze 1,43 Millionen Menschen, gefolgt von Großbritannien mit 900.000 Besuchern.

Die meisten Türkei-Besucher landen in Istanbul

Unter den Gästen des ersten Halbjahres 2012 kamen 33,2 Prozent über Istanbul ins Land. Die Wirtschafts-Metropole der Türkei gehört auch zu einer der wichtigsten Touristen-Destinationen des Landes (hier konnte man nach Angaben des Istanbuler Kultur- und Tourismus-Direktorats bisher 20 Prozent mehr Touristen empfangen als noch 2011 – mehr hier). Gut 30,6 Prozent landeten hingegen in der Touristenhochburg Antalya im Süden des Landes. An dritter Stelle lag die nordwestliche Provinz Edirne, die an Bulgarien und Griechenland grenzt. Hier landeten 8,7 Prozent aller Touristen zwischen Januar und Juni.

Im Juni 2012 kamen allein 600.000 Besucher aus Russland. Seit April des vergangenen Jahres haben beide Länder die gegenseitigen Visapflichten abgeschafft, um die Touristenströme zwischen der Türkei und Russland anzukurbeln. Gleich hinter dem nordöstlichen Nachbarn der Türkei lagen die Besucherzahlen der Deutschen. Geschätzte 70.000 weniger kamen allein in diesem Monat aus Deutschland. Aus Großbritannien waren es ungefähr 400.000 Touristen (aus Israel hätte Premier Erdogan hingegen am liebsten gar keine Touristen – mehr hier).

Tourismus-Einnahmen von entscheidender Bedeutung für die Türkei

Nach Angaben des Türkischen Statistischen Instituts (TurkStat) haben im vergangenen Jahr mehr als 36 Millionen ausländische Touristen die Türkei besucht. Im Jahr 2010 waren es 33 Millionen. Wie die Zahlen von TurkStat weiter belegen, konnte die Türkei auch 10,6 Prozent mehr Umsatz einfahren. Im Jahr 2011 waren es gut 23 Milliarden US-Dollar. Im Jahr zuvor knapp 20,8 Milliarden US-Dollar. Diese Summen lassen auch Rückschlüsse auf die Pro-Kopf-Ausgaben der Besucher zu. Demnach hat jeder Tourist im Jahr 2011 im Schnitt 637 Dollar im Land gelassen. Im Jahr 2010 waren es mit 630 Dollar nur etwas weniger.

Die Tourismus-Einnahmen sind für die Türkei von entscheidender Bedeutung. Das Land weist derzeit auf Grund seiner hohen Abhängigkeit von ausländischen Energien und Zwischengütern und seines schnellen Wachstums in den vergangenen zehn Jahren ein großes Leistungsbilanzdefizit auf. Um dieses zu senken geht die Türkei derzeit gleich mehrere Wege. Zum einen konzentriert sie sich auf die Suche neuer Öl- und Gas-Vorkommen und setzt in Sachen Investitionen vor allem auf Forschung und Entwicklung. Daneben wird natürlich auch hohes Gewicht auf den Tourismus gelegt (eine Auswahl der schönsten Traumstrände der Türkei gibt es hier – mehr hier).

Nach Angaben der Türkischen Zentralbank sank das Leistungsbilanzdefizit in den ersten fünf Monaten des Jahres bereits um mehr als ein Viertel auf 27 Milliarden US-Dollar. Ein Indiz dafür, dass das Land seine Zahlungsbilanz in Folge einer angemessenen Finanz-und Geldpolitik verbessern konnte und dass ein einer Zeit anhaltender Wirtschaftskrisen, vor allem in Europa, auch die Einnahmen aus dem Tourismus-Geschäft stark geblieben sind (die Welttourismusorganisation hat die Türkei aktuell auf Rang 6 gestuft – mehr hier).

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