Verzweiflung in Myanmar: Türkische Organisationen helfen Muslimen

Das Massaker an Rohingya-Muslimen in Myanmar ist in der Türkei nicht ohne Reaktion geblieben. Hier mobilisieren sich Hilfsorganisationen, um den seit langem unterdrückten Glaubensbrüdern so schnell wie möglich Hilfspakete zukommen zu lassen. Innerhalb eines Monats wurden dort mehr als 1000 Muslime durch buddistische Fanatiker umgebracht.

So hat die türkische Kimse Yok Mu Stiftung bereits zahlreiche Hilfspakete an muslimische Flüchtlinge in den Cox Bazaar von Bangladesch entsandt, wo sie Zuflucht vor einer der verheerendsten Auseinandersetzungen, die das Land je gesehen hat, suchen. Ein, wie die türkischen Medien derzeit berichten, nicht ganz einfaches Unterfangen. Die rund 15.000 muslimischen Flüchtlinge in Bangladesch haben ihre Camps in unwegsamen Bergregionen aufgeschlagen. Sie zu erreichen, stellt die Organisationen vor erhebliche Schwierigkeiten.

Unterdessen geht die Gewalt in ihrer alten Heimat Myanmar unvermindert weiter (das Hauptaugenmerk im Westen liegt derzeit jedoch bei Syrien – mehr hier). Bereits am 10. Juni hatte die hiesige Regierung den Notstand ausgerufen. Doch das Töten, die Vergewaltigungen und körperliche Misshandlungen von Rohingya-Muslimen riss nicht ab, beschreibt ein Bericht von Amnesty International die Situation. Nach Ansicht von Amnesty International hätten es sowohl die Sicherheitskräfte als auch die Rakhine-Buddhisten auf die Muslime abgesehen, die von der ethnischen Mehrheit des Landes immer noch als Ausländer angesehen werden. Die Regierung verweigert ihnen zudem die Staatsbürgerschaft. In ihren Augen handelt es sich um illegale Siedler aus Bangladesch.

1000 Tote und mehr als 90.000 Obdachlose

Eine Reihe von einzelnen Morden Ende Mai forderte Opfer auf beiden Seiten. Schnell griffen die blutigen Scharmützel an Myanmars Küstenstaat Rakhine um sich. Die Regierung entsandte Truppen, um die grausamen Auseinandersetzungen zu beenden und sowohl Klöster als auch Moscheen zu schützen. Mittlerweile sei die schlimmste Gewalt, so heißt es in den türkischen Medien, wohl überstanden. Zur Ruhe käme die Rohingya-Bevölkerung dennoch nicht. Nach einem Bericht der türkischen humanitären Hilfsorganisation İHH wurden seit Beginn der Unruhen mehr als 1000 Muslime in Myanmar getötet und mehr als 90.000 obdachlos (auch in Syrien sorgen sich Christen um ihre Sicherheit – mehr hier).

Spannungen mit ethnischen Minderheiten, die in der Regel in den Grenzregionen leben, sind in Myanmar nicht neu. Obschon die neue Regierung mit vielen von ihnen Waffenruhe geschlossen hat, gibt es weiterhin eine Menge ungelöster Probleme. So dauern etwa die Kämpfe mit der Kachin-Minderheit im Norden des Landes nach wie vor an.

Die UN schätzt, dass derzeit gut 80.000 Rohingya in Myanmar leben, andere gehen von weitaus höheren Zahlen aus. Jedes Jahr würden jedoch Tausende nach Bangladesch, Malaysia und andere Regionen fliehen, um der Unterdrückung in der Heimat zu entkommen. Wie Ramazan Korkut, ein Sprecher von Kimse Yok Mu, gegenüber den türkischen Medien berichtet, würden die Hilfsomaßnahmen derzeit durch die anhaltenden Regenfälle erschwert. Teils sei kein Durchkommen mehr und die Hilfsgüter müssten zu Fuß zu den Bedürftigen gebracht werden. Während des Ramadans würden die Hilfsmaßnahmen selbstverständlich weiterlaufen. Darüber hinaus, so heißt es von Seiten der Stiftung, sei auch geplant, die Flüchtlingscamps stärker zu kontrollieren.

Tausende türkische Hilfspakete gen Asien

In der Zwischenzeit wurde auf Gesuch des türkischen Außenministeriums und des Amtes für Religiöse Angelegenheiten eine landesweite Kampagne gestartet, um den Muslimen in Myanmar und den Flüchtlingen in den Nachbarstaaten zu helfen. In den Moscheen werden die Gläubigen dazu aufgerufen, ihre Freitags- und Ramadangebete für die Bedürftigen in Myanmar zu sprechen. Daneben schicken zahlreiche andere Organisationen, wie etwa die İHH, Tausende Hilfspakete ins ferne Asien.

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