Toyota droht mit Produktionsstopp in der Türkei!

Vertreter der Toyota Motor Corporation haben während eines Treffens mit Vertretern des türkischen Ministeriums für Arbeit offenbar damit gedroht, ihr Werk in Boshoku zu schließen. Hintergrund sind zahlreiche Klagen von Mitarbeitern.

Wie die türkische Zeitung „Star berichtet, habe sich eine Gruppe von Vertretern der Toyota-Zentrale in Japan mit Vertretern des türkischen Arbeitsministeriums getroffen, um gemeinsam über 15 Klagen zu beraten, die von Seiten ihren türkischen Arbeitnehmer eingegangen waren. Die Arbeiter hatten sich laut dem Bericht zu diesem Schritt entschlossen, nachdem ein anderer Mitarbeiter 150.000 Lira an Kompensationszahlungen erhalten hatte. Dieser hatte Klage gegen Toyota eingereicht und behauptet, auf Grund seiner Arbeit gesundheitliche Probleme bekommen zu haben. So habe er vor allem das Gefühl in seinen Fingern verloren. Für einige Mitarbeiter der Toyota-Belegschaft, die mit ähnlichen Problemen zu kämpfen haben, war sein Fall nun offenbar Vorbild.

Eine parlamentarische Kommission hatte die zahlreichen Beschwerden schriftlich erhalten und darauf hin mit der Untersuchung des Themas begonnen. Die Gesamtsumme an Entschädigungen, die von den Arbeitern gefordert wird, übersteigt dabei die eine Million Dollar-Grenze, was nun dazu führte, dass sich auch die Toyota-Zentrale in Japan einschaltete.

Toyota will 2.5 Millionen in Sicherheit und Arbeitsbedingungen investieren

Über die Klagen besorgt und um sofortige Klärung bemüht, entsandte die japanische Spitze nun eine Delegation in die Türkei. Sie sollten die Anlage vor Ort inspizieren und gemeinsam mit dem Ministerium eine Lösung finden. Im Zuge der Zusammenkunft signalisierten die Repräsentanten aus Japan, dass man das Thema sehr ernst nehme und plane gut 2,5 Millionen Dollar zu investieren, um die Arbeitsbedingungen und die Sicherheit in der Anlage zu verbessern. Doch wie die „Star“ weiter schreibt, hätten die Japaner auch damit gedroht, alle ihre Investitionen in der Türkei zurückzuziehen und die Produktion einzustellen. Sie argumentierten, dass die vorgebrachten Klagen gegen das Unternehmen von Berufskrankheiten sprächen, die sich absichtlich und in unfairer Weise gegen das Unternehmen richten würden.

Beamte aus dem Ministerium reagierten darauf hin mit einer Erklärung der Gesetze und Vorschriften bezüglich der Sicherheit am Arbeitsplatz und versicherten den japanischen Vertretern, dass man die Fälle weiter untersuchen würde. Noch, so heißt es in der türkischen Presse weiter, zeigten sich beide Seiten gesprächsbereit. So hätten sich die Japaner darüber hinaus mit weiteren Ministern getroffen und man suche nach wie vor nach einer außergerichtlichen Lösung.

Toyota eröffnet drei Gebetsräume im türkischen Werk

Toyota hatte in den vergangenen Monaten mit einigen Problemen an seinem türkischen Standort zu kämpfen. So gab es Vorwürde, dass Mitarbeitern im vergangenen Mai befohlen wurde weiterzuarbeiten und nicht an den Freitagsgebeten teilzunehmen (Managment soll Mitarbeiter aufgefordert haben nicht zu beten – mehr hier). Darauf hin gab es Bitten, die Pausenzeiten entsprechend anzupassen. Andere beschuldigten das Unternehmen, es lasse seine Arbeiter wie Roboter schuften. Obendrein gab es Berichte, wonach Toyota 143 Mitarbeiter im März und April dieses Jahres auf Grund ihrer religiösen Überzeugungen und Praktiken entlassen hätte. Die parlamentarische Kommission für Menschenrechte ist hier bereits eingeschaltet (Ayhan Sefer Üstün, Präsident der Parlamentarischen Kommission für Menschenrechte, forderte das Unternehmen auf, den Vorwürfen nachzugehen – mehr hier). Kommissions-Chef Ayhan Sefer Üstün hat sich in der Zwischenzeit auch mit Toyota-Präsident Akio Toyoda in Verbindung gesetzt. In der Folge entschuldigte sich die Firma für den Vorfall und eröffnete drei Gebetsräume in der Fabrik.

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