Platzierung der Artillerie: Türkische Armee fordert Wettervorhersagen für Syrien an

Die türkischen Streitkräfte haben detaillierte Wettervorhersagen für Syrien angefordert, um Artillerieangriffe besser platzieren zu können. Das Militär und das türkische Meteorologie Institut haben bereits vor drei Jahren ein entsprechendes Abkommen unterzeichnet und ein Prognose-System etabliert, das bei der Koordination von Artillerie-und Raketenangriffen hilft.

Das eingerichtete System, so heißt es in den türkischen Medien, decke Gebiete im Südosten der Türkei sowie im Nordirak ab, in denen es nicht selten zu Auseinandersetzungen zwischen türkischen Militärs und Anhängern der Terrororganisation PKK komme. An diesem Montag forderte das Militär nun die komplette Aufnahme Syriens und des Iraks in die zu überwachenden Regionen (die Grenzen zu Syrien mussten aufgrund der unsicheren Lage dicht gemacht werden – mehr hier). Daneben soll künftig auch ein Gebiet vom Balkan bis zum Kaspischen Meer gescannt werden.

Als das System eingeführt wurde, ging exklusiv für die Nutzung durch das türkische Militär auch eine entsprechende Internetseite online. Dort konnte zum Beispiel ein Artillerie-Kommandeur eine 36-Stunden-Vorhersage hinsichtlich der Wetterbedingungen in einem bestimmten Gebiet abrufen. Vier Mal am Tag wurden die Prognosen aktualisiert.

Wetter beeinflusst Genauigkeit von Artilleriebeschuss bis zu 67 %

Das System, so heißt es weiter, sei dazu in der Lage Wetterberichte binnen zwei Sekunden zu erstellen und Wetterbedingungen bis zu einer Höhe von 40 Kilometer vorherzusagen – inklusive des Gebietes über dem Schwarzen Meer. Das übliche Artillerie Meteorologie System (TOMES), das bisher vom Militär eingesetzt wurde, hatte lediglich eine Reichweite von fünf Kilometern in die Höhe. Darüber hinaus verfügte es nur über eine begrenzte Ausdehnung von 15 Kilometern. Die Erstellung eines Berichts nahm etwa eine Stunde in Anspruch. Wetterbedingungen beeinflussen die Genauigkeit des Artilleriebeschusses bis zu 67 Prozent, informieren die türkischen Medien weiter.

Türkei will Kooperation zwischen PKK und PYD verhindern

Wir werden es nicht zulassen, dass eine terroristische Organisation eine Bedrohung für unser Land wird. Wir werden es einer Terrororganisation nicht erlauben, sich im Norden Syriens niederzulassen“, stellte Premier Recep Tayyip Erdoğan bereits am vergangenen Donnerstag, nachdem eine Reihe von kurdischen Städten im Norden Syriens ihre Autonomie erklärten heraus. Im Mittelpunkt der Befürchtungen der türkischen Regierung steht im Augenblick der Machtzuwachs der Partei der Demokratischen Union (PYD), des syrischen Ablegers der Terrororganisation PKK. Eine solche Kooperation, so der Premier, werde die Türkei nicht hinnehmen und drohte im Zuge dessen mit Militärschlägen, wie man sie in der Vergangenheit auch im Nordirak durchgeführt habe. Das, so Erdoğan, sei ein „natürliches Recht“ der Türkei. Ein geteiltes Syrien käme jedenfalls nicht in Frage (Außenminister Ahmet Davutoğlu will gegen terroristische Organisationen wie die PKK oder die Al Qaida, die an der türkischen Grenze aktiv werden – mehr hier).

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