Neues Anreiz-Paket: Türkei zieht 3,2 Milliarden Dollar Investitionskapital in 40 Tagen an

Das erst am 19. Juni dieses Jahres geschnürte Anreiz-Paket der türkischen Regierung, um sowohl ausländische als auch heimische Investoren ins Land zu locken, trägt schon jetzt Früchte. Bereits in den ersten 40 Tagen sind 480 Projektvorschläge im Gesamtwert von 5.5 Milliarden Lira, etwa 3,2 Milliarden Dollar, eingegangen.

Wie der türkische Wirtschaftsminister Zafer Çağlayan am vergangenen Montag mitteilte, erwarte die Türkei vor allem erhebliche Investitionen aus Europa. Bis zum vierten Quartal 2012 rechne man zudem mit einem deutlichen Anstieg türkischer, aber auch internationaler Anträge. Daneben gehe die türkische Regierung auch von einer, wenn auch begrenzten Anzahl, an strategischen Investitionen, die hohe finanzielle Möglichkeiten voraussetzen, aus (Wie der Präsident der Interessenvertretung ausländischer Firmen in der Türkei (YASED), İzzettin Karaca mitteilte, werde das Volumen an ausländischen Direktinvestitionen (FDI) in der Türkei bis zum Ende des Jahres 2012 die Marke von 16 Milliarden US-Dollar überschreiten – mehr hier).

Im selben Zeitraum, so heißt es in den türkischen Medien weiter, würden 340 dieser Projekte, die ein Gesamtvolumen von 3,93 Milliarden Lira aufweisen und 16,247 Arbeitsplätze schaffen werden, genehmigt worden sein. Ein Blick auf die Zusammensetzung der geplanten Investitionen zeige zudem: 2,26 Milliarden türkische Lira (57,3 Prozent) fallen in die Kategorie „regional“, 1,06 Milliarden türkische Lira (27 Prozent) sind allgemein und 616 Millionen türkische Lira (15 Prozent) beziehen sich auf Kapitalanlagen im großen Stil (Toyota drohte unterdessen auf Grund anhaltender Probleme in der Türkei sogar mit einem Produktionsstopp – mehr hier).

Vor allem die Textil-und Bekleidungsindustrie gefragt

Weiterhin geben die eingereichten Dokumente Aufschluss darüber, welche Branchen am Ende bedacht werden sollen. So wandern 3,8 Prozent der geplanten Investitionssummen in die Landwirtschaft, 9,1 Prozent fließen in den Bergbau, ganze 56,8 Prozent in die Produktion, 27,4 Prozent in die  Dienstleistungsbranche und nur 2,9 Prozent in den Energiesektor. Betrachtet man die Unterkategorien genauer, sticht hier vor allem die Textil-und Bekleidungsindustrie heraus. Auf sie zielen 19 Prozent aller eingereichten Anträge ab. Ihr nach folgen Investitionen in der Nahrungsmittel-und Alkohol-Industrie, Bergbau, Tourismus, Reifen und Kunststoffe, Lagerung, Infrastruktur, Bildung und schließlich maschinelle Produktion.

Darüber hinaus hielt Wirtschaftsminister Çağlayan für Geschäftsleute, die eine Investition in der Türkei planen, noch weitere gute Neuigkeiten parat. Geld, das als Teil der Investition in ein bereits bestehendes Gebäude fließe, werde in die Dokumente aufgenommen, so dass der Anleger auf diese Weise nicht nur die Steuern für den Bau eines Gebäudes spare, sondern auch die Kosten für einen Neubau an sich. „Diese neue Praxis wird eine Eingliederung bisher brach liegender Gebäude in die Wirtschaft ermöglichen“, so Çağlayan.

Anreize: Türkei will inernationale Kampagne starten

Um das neue Anreiz-Paket, das für alle Investments in der Türkei seit dem 1. Januar dieses Jahres gilt, zu fördern, wird die Türkei eine entsprechende Promotion-Kampagne starten. Ab dem kommenden September, erklärt der Minister, werde diese in nationalen wie internationalen Medien zu sehen sein. Derzeit würden Videos in verschiedenen Sprachen vorbereitet. Finanziell unterstützt wird die Kampagne vom türkischen Dachverband der Handelskammern (TOBB) und dem Türkischen Exporteurverband (TİM).

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