Amokschütze James Holmes: Überlebende fordern die Todesstrafe

Der mutmaßliche Todesschütze von Aurora, James Holmes, verdient nach Ansicht einer Überlebenden nicht nur die Todesstrafe. Die Besucherin der Batman-Nachtvorstellung vor etwas mehr als einer Woche ist überzeugt: Der 24-Jährige verdiene gar die schmerzhafteste Art zu sterben.

Für die 22-jährige Carli Richards hat sich am 20. Juli 2012 ihr gesamtes Leben verändert. Als James Holmes die Batman-Vorstellung in einem Kino in Aurora stürmte, wurde sie von ihm in den Rücken getroffen. Im Gespräch mit dem bekannten US-Promiportal tmz.com rechnet sie nun mit dem mutmaßlichen Täter ab: „Ich denke, dass ein Tod durch Erschießen gerechtfertigt wäre“, so die junge Frau. Die in den USA weit verbreitete Methode der Giftspritze erscheint ihr für einen Mann, der zwölf Menschenleben auf dem Gewissen hat, zu schmerzlos (in einer tmz-Umfrage kurz nach der Tat forderten 69% für James Holmes die Todesstrafe – mehr hier).

James Holmes soll Gefühl der Hilflosigkeit durchleben

In dieser Nacht, so fährt sie fort, hätte sie genügend Nadeln in ihrem Körper gehabt, um zu wissen, dass das nicht das Schlimste wäre. Carli will, dass James Holmes das mitmache, was sie durchleben musste.„Ich wünschte, jemand würde ihn erschießen und ließe ihn dann verbluten.“ Auf sie selbst habe er mit Munition geschossen, die normalerweise für Vögel oder Rehe verwendet würde. Sie wolle, dass der Täter nun auch dieses Gefühl der Hilflosigkeit verspüre, das sie in dieser Nacht durchleben musste.

Carli und ihr Freund konnten sich während des Amoklaufs rechtzeitig in Sicherheit bringen. Doch immer noch leide die junge Frau an heftigen Schmerzen. An die Arbeit, so berichtet das Portal weiter, sei derzeit auf Grund der Schwere der Verletzungen noch gar nicht zu denken.

Staatsanwaltschaft zieht Todesstrafe in Betracht

Carli ist bereits die zweite unter Holmes‘ Opfern, die sich öffentlich für eine Todesstrafe in seinem Fall aussprecht. Erst am vergangenen Dienstag meldete sich der Ehemann einer Getöteten zu Wort und sprach das aus, was derzeit nicht wenige Amerikaner denken. Allerdings: Im Bundesstaat Colorado existiert diese Bestrafung eigentlich nur noch auf dem Papier. Seit der Wiedereinführung in den 70er Jahren gab es eine Hinrichtung. Doch die Staatsanwälte haben bereits signalisiert, dass man das mit Unterstützung der Opferfamilien durchaus in Betracht ziehen würde.

Am vergangenen Montag wurden James Holmes insgesamt 142 Anklagepunkte wegen Mord, versuchtem Mord und Sprengstoffbesitz zur Last gelegt. Holmes, so heißt es in der Anklageschrift, habe bösartig gehandelt, „mit extremer Gleichgültigkeit über den Wert des menschlichen Lebens“. Formell wird ihm 24-facher Mord und unter anderem versuchter Mord in mehr als 100 Fällen vorgeworfen. Bei der Anklageverlesung machte Holmes erneut einen apathischen Eindruck. Inwieweit er zurechnungsfähig ist, muss noch geklärt werden (im Fall des Amokläufers von Norwegen Anders Behring Breivik plädierten seine Anwälte auch auf geisteskrank – mehr hier). Die nächste Anhörung ist für den 9. August angesetzt.

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