US-Bericht: Terror-Attacken in der Türkei haben sich 2011 mehr als verdoppelt

In seinem aktuellen Terrorismusbericht weist das US-Außenministerium darauf hin, dass die Türkei im Jahr 2011 den größten Zuwachs an Attacken durch terroristische Gruppen wie die PKK in ganz Europa erlebt habe.

Das US-Außenministerium hat an diesem Dienstag seinen jährlichen Terrorismusbericht  veröffentlicht. Weltweit, so gibt man in Washington an, sei die Zahl der Terroranschläge auf ein Fünfjahrestief gesunken. Im Vergleich zu 2010 habe es 2011 ganze 11,6 Prozent weniger Anschläge gegeben. Insgesamt seien 10.283 Attacken verübt worden. Im Vorjahr seien noch 11.641 registriert worden. Hierbei kamen 2011 12.500 Menschen zu Tode, 600 weniger als noch 2010. Schwerpunkt der terroristischen Umtriebe seien weiterhin der Nahe Osten und in Südasien.

Die Angriffe in Europa und Eurasien, so führt der Bericht weiter aus, seien um 20 Prozent von 703 im Jahr 2010 auf 561 im Jahr 2011 gesunken. In Russland gab es derweil den größten Rückgang. Dort sank die Zahl terroristischer Attacken von 396 auf 238. „Im Gegensatz dazu erlebte die Türkei einen Anstieg terroristischer Attacken. Sie stiegen von 40 im Jahr 2010 auf ingesamt 90 im Jahr 2011 an“, heißt es im Bericht weiter. Russland und die Türkei hätten zudem 70 Prozent aller Todesopfer, die es in Europa und Eurasien in diesem Zusammenhang gegeben habe, zu beklagen (die Entwicklungen in Syrien beobachtet die Türkei derzeit mit größter Sorge – mehr hier).

PKK verübt 2011 geschätzte 61 Angriffe

Das US-Außenminiserium bezeichnet in seinem Papier die PKK als eine der aktivsten innerhalb der nicht-religiösen, politischen und anarchistischen Gruppen auf der ganzen Welt. Sie verübte 2011 48 Anschläge auf das türkische Militär und Zivilisten. Aufgeführt werden zudem detaillierte Informationen über die PKK wie auch andere Terrorgruppen, die derzeit in der Türkei aktiv sind, wie etwa die DHKP/C. Die PKK wird bereits seit 1997 von der USA als Terrororganisation betrachtet. Laut dem aktuellen Bericht sind ihre primären Ziele die türkischen Sicherheitskräfte, lokale türkische Beamte sowie Dorfbewohner, die sich gegen die Organisation stellen würden. „In den Jahren 2006, 2007 und 2008 wurden Hunderte Türken durch die Gewalt der PKK getötet. Auch 2011 ist die PKK mit geschätzten 61 Angriffen aktiv. Mindestens 88 Menschen kamen dabei ums Leben, 216 wurden verletzt.“ (käme es zu einer Bedrohung durch die PKK in Syrien, drohte der türkische Premier bereits mit einem Militärschlag – mehr hier)

Wie der Bericht weiter ausführt, würden zwar die Mehrheit der Angriffe in der Türkei erfolgen, doch mutmaßliche PKK-Anhänger seien auch andernorts, etwa in Paris aktiv, wo man zahlreiche Anschläge auf eine türkische Zeitung verübt habe. Derzeit, so heißt es weiter, habe die Terrororganisation etwa 4000 bis 5000 Mitglieder. 3000 bis 3500 halten sich im Nordirak auf. Unterstützung ereilte die PKK in den letzten Jahren vor allem aus Syrien, aus dem Irak und dem Iran. Darüber hinaus: „Die PKK erhält beträchtliche finanzielle Unterstützung von der großen kurdischen Diaspora in Europa und aus kriminellen Aktivitäten, die dort stattfinden.“

Die DHKP /C wird von den USA ebenfalls seit 1997 als Terrororganisation eingestuft. Zahlreiche Operationen gegen sie hätte deren Kapazitäten jedoch erheblich geschwächt. Einen weiteren Schlag hätte die DHKP/C nach dem Verlust ihres Führers Dursun Karatas im Jahr 2008 erlitten.

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