Syrien: Türkische Journalisten von der PYD entführt!

Mitglieder der Partiya Yekitîya Demokrat (PYD) haben zwei türkische Journalisten gefangen genommen, die sich in Syrien aufhielten, um über die Unruhen im Land zu berichten. Während sich die Kämpfe zwischen Regimeanhängern und Opposition unvermindert fortsetzen, richtet sich die Türkei auf weitere Flüchtlingsströme ein.

Wie die türkische Nachrichtenagentur Anatolia mitteilt, hätten sich die beiden Journalisten in Aleppo aufgehalten. Hier sei ihr Fahrzeug von Mitgliedern der PYD gestoppt worden und die beiden Männer an einen städtischen Beamten übergeben worden. Bis zum Abend, so heißt es weiter, hätte man die türkischen Staatsbürger festgehalten. Dann habe man die beiden in ein bisher nicht identifizertes Fahrzeug gesteckt und sei mit ihnen zu einem unbekannten Ziel gefahren.

Das türkische Außenministerium hat sich bereits eingeschaltet und erste Schritte unternommen, um die Reporter wieder sicher zurück in die Türkei zu bringen (erst vor einigen Tagen warnte der türkische Premierminister Recep Tayyip Erdoğan in Richtung PKK in Syrien, dass jede Bedrohung zu einem Militärschlag führen würde – mehr hier). Mittlerweile, so berichtet Haber News, seien die Reporter wieder auf freiem Fuß: „Der syrische Ableger der Terrororganisation PKK, die PYD haben die türkischen Journalisten dank dem Eingreifen der freien syrischen Armee freigelassen beide Journalisten haben heute morgen die türkische Provinz Hatay betreten.“

Erst am vergangenen Mittwoch berichteten die türkischen Medien davon, dass ein Korrespondent der staatlichen Nachrichtenagentur Anatolia während eines Einsatzes in der syrischen Wirtschaftsmetropole Aleppo verwundet wurde. Sinan Gül wurde während seines Einsatzes ins Bein getroffen. Er befindet sich mittlerweile wieder in der Türkei und soll in guter gesundheitlicher Verfassung sein (Oppositionelle sollen ihn erst in ein hiesiges Krankenhaus und dann an die Grenze gebracht haben – mehr hier).

Türkei bereitet sich auf neuen Massenansturm vor

Unterdessen bereitet sich die Türkei auf weitere massive Flüchtlingsstürme aus Syrien vor. Mittlerweile, so heißt es, sei man bereit, um in den folgenden Wochen insgesamt bis zu 100.000 Menschen in Flüchtlingslagern entlang der Grenze aufnehmen zu können. Derzeit werden im Süden und Südosten der Türkei, genauer gesagt in den Distrikten Nizip und Karkamış von Gaziantep, im Distrikt Akçakale von Şanlıurfa, im Distrikt Türkoğlu von Kahramanmaraş und Osmaniye, fünf neue Camps mit einer Kapazität bis zu 50.000 Personen errichtet.

Derzeit würden die Menschen aus Aleppo, so berichten die türkischen Medien, noch in ländliche Gegenden innerhalb Syriens fliehen. Falls die Regierungstruppen sich jedoch gegen die Kämpfer der Opposition durchsetzten und wieder die Kontrolle über die Stadt erlangten, rechnet die türkische Regierung mit einem erneuten Massenansturm in Richtung ihrer Grenze. Derzeit verfügt die Türkei über insgesamt acht Flüchtlingslager, in denen im Augenblick rund 44.000 syrische Flüchtlinge Unteschlupf gefunden haben. Nach Fertigstellung der neuen Anlagen erhöht sich die Kapazität damit auf 100.000.

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