Kunst aus Dosenringen: In Amerika schon ein echter Hype!

Ab in den Müll! Dieses Motto können kreative und umweltbewusste Softdrink-Liebhaber künftig getrost ad acta legen. Aus einstigen Getränkedosen lassen sich echte Designerstücke herstellen – ohne großen Aufwand.

Umweltbewusste Menschen haben in der Regel eher ein schlechtes Gewissen, wenn sie Gegenstände entsorgen müssen, von denen sie wissen, dass diese komplizierte und vielschichtige Herstellungsprozesse durchlaufen haben. Wertvolle Rohstoffe und Arbeitskräfte wurden eingesetzt und diese landen nun unweigerlich im Müll. Einer der größten „Rohstofffresser“ ist die Verpackungsindustrie. Verpackungen werden meist für einen sachgerechten Transport von Produkten entworfen oder einfach deshalb, um dem Käufer das Gefühl zu geben, der Inhalt sei besonders hygienisch, weil mehrmals und luftdicht verpackt. Der Aspekt der kurzen Nutzungsdauer und Umweltbelastung wird von Herstellern und Nutzern oft ignoriert.

Doch dieser Umstand lässt sich ganz leicht umkehren: Mittlerweile hat sich ein regelrechter Hype um die Recyclingkunst von Aluminium-Dosenringen entwickelt. Blogger aus aller Welt basteln aus den so genannten „pop tabs“ praktische Gegenstände wie Taschen, Topfuntersetzer, Lampenschirme, Schmuck, Tür- und Fenstervorhänge, Wanddekorationen und sogar Skulpturen und Kleidung.

Die Alu-Ringe werden beim Bastelprozess meist mit einer Blechschere an einer Stelle gekappt und mithilfe einer Zange aneinandergekettet. So entsteht kinderleicht ein richtiges Netz aus Alu-Ringen. Eine andere Herangehensweise wäre zum Beispiel das Aneinanderhäkeln der Alu-Ringe, um so extravagante Kleidung und Vorhänge herzustellen. Ist das bequem? Vielleicht nicht unbedingt. Dafür aber äußerst praktisch. Denn in diesem Fall dienen die Alu-Ringe dazu einen stabilen Korpus zu formen, der etwa im Fall von Taschen für umwerfende Stabilität sorgt.

Für die, die der Basteldrang schon gepackt hat; Auf dieser Facebook-Seite wurden beeindruckende Entwürfe aus zahlreichen Blogs zusammengetragen. Und für die, die keine Lust auf Basteln haben, gibt es noch die Möglichkeit die Dosenringe zu spenden – zumindest in den USA. Dort sammelt der Fastfood-Riese McDonald’s die Dosenringe für einen guten Zweck.

Übrigens, in der Türkei hat sich die Middle East Technical University ebenfalls den Kopf über das Dosenproblem zerbrochen – mit Erfolg. (Das Projekt „Cans´n caps“ wurde gleich dreimal mit dem „Green Dot Award“ ausgezeichnet – mehr hier). Die Grundidee ist, Dosen so in Gegenstände des alltäglichen Gebrauchs umzufunktionieren, dass sie mehrmals wiederverwendet werden können. Unter dem Motto „reducing, reusing, recycling, rethinking and reviving Aluminium cans with caps“ haben Designer Silikonaufsätze für Dosen entwickelt, die beim Kauf schon in der Packung mitgeliefert werden sollen. Dadurch kann man bereits verwendete Dosen unter anderem als Gewürzspender in der Küche, Öldöschen für die Werkzeugkiste, als Milch- und Wasserfläschchen für Tiere wiederverwenden. Aus PET-Flaschen haben die Designer zudem ein sich selbst bewässerndes Gewächshaussystem entwickelt das außerdem Wasser und Platz spart.

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