Xinjiang: China verbietet Uiguren Fasten im Ramadan

In der mehrheitlich von Uiguren bewohnten Region Xingjiang scheint die chinesische Regierung erneut härtere Maßnahmen zu ergreifen. Noch bis Ende des Ramadans sollen in den Schulen Kontrollen durchgeführt werden, um zu gewährleisten, dass weder Beamte noch Schüler fasten oder eine Moschee besuchen.

Beamte und Schüler in Xinjiang dürfen während des Ramadans keinen religiösen Praktiken nachgehen. In der gesamten Region wurde ein „Sicherheits- und Stabilitätsplan“ erarbeitet, in dem von lokalen Verwaltungen sowie Schulen verlangt wird, sicherzustellen, dass Schüler und Beamte weder fasten noch Moscheen besuchen (in Frankreich musste ein Bürgermeister das Fastenverbot für Mitarbeiter nach Protesten aufheben – mehr hier).

Uiguren protestieren vor dem Weißen Haus gegen die aggressive Angliederungspolitik Chinas. (Foto:flickr/malcsb)

Uiguren protestieren vor dem Weißen Haus gegen die aggressive Angliederungspolitik Chinas. (Foto:flickr/malcsb)

Solche Maßnahmen der chinesischen Regierung zur Unterdrückung der Uiguren sind zwar nicht neu, jedoch gäbe es aktuell Anzeichen für härteres Vorgehen zur Umsetzung der Verbote, wie die Financial Times berichtet. Peking will die Angliederungspolitik offenbar mit allen Mitteln durchsetzen. Erst 2009 kam es in Xinjiang zu Unruhen, bei denen 200 Menschen getötet wurden.

Die Uiguren, ein Turkvolk im Westen Chinas, machen rund die Hälfte der Bevölkerung Xinjiangs aus. Die meisten von ihnen sind Muslime. Im vergangenen Jahr soll die Regierung begonnen haben, Familien mit geringem Einkommen im Austausch gegen Sozialleistungen dazu zu bewegen, ihren muslimischen Glauben abzulegen. Zudem wurden Dokumente im Internet veröffentlicht, in denen sich die unterzeichneten Frauen verpflichteten, auf das Tragen eines Kopftuchs zu verzichten sowie keine kopftuchtragenden Gäste in ihr Haus zu lassen. Auch hier wurden ihnen im Ausgleich Leistungen angeboten.

Noch bis Ende des Ramadans Mitte August werden nun Bildungsbeauftragte die Schulen besuchen um „sicherzustellen, dass die Schüler gut essen“ (in der Türkei kam es in einem Dorf bei einem umgekehrten Fall zu Unruhen, als eine alevitische Familie belagert wurde, weil sie nicht fastete – mehr hier).

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