Freigelassener Schweizer Top-Polizist: „Ich habe vollstes Vertrauen in die türkische Justiz“

Der am vergangenen Freitag am Flughafen von Antalya verhaftete Walliser Polizei-Chef Christian Varone hat sich nach seiner Freilassung nun selbst zu den näheren Umständen zu Wort gemeldet. Er gibt nicht nur nähere Auskünfte über den Stein, der zu seiner Festnahme führte, sondern signalisiert auch, dass er sich einem Prozess in der Türkei stellen werde.

Erst Kieselstein, dann Marmorstück und schließlich ein Gegenstand, von dem Christian Varone „nie geglaubt hatte, dass er wertvoll ist“. Die Spekulationen über ein Reisemitbringsel, das vom türkischen Zoll am vergangenen Freitag auf Grund des Artikels (Kanun No: 2863) über das „kulturelle und natürliche Erbe der Türkei“ als vermeintliche Schmuggelware identifiziert worden war, lieferten in den letzten Tagen jede Menge Gesprächsstoff. Währen einer Pressekonferenz in diesem Freitagvormittag in Savièse VS gab VArone nun erstmals Auskunft darüber, was sich während der Familienferien in der Südtürkei abgespielt hat (unerwartet früh kam Varone aus der Untersuchungshaft frei – mehr hier).

Fundort des Steins weit weg von archäologischer Stätte

Laut Varone sei die Familie in Side unterwegs gewesen. Dort, so berichten die Schweizer Medien, seien sie an einer Hauptstraße entlang gelaufen, wo Varone selbst, und nicht wie bisher berichtet eines seiner Kinder, den Stein aufgehoben habe (sein Bruder hatte in ersten Medienberichten davon gesprochen, dass ein Kind den Stein mitnehmen wollte – mehr hier). Der Schweizer Top-Polizist wies vor den anwesenden Journalisten darauf hin, dass es an der besagten Stelle eben keine entsprechenden Verbotsschilder oder etwas ähnliches gegeben habe un man weit entfernt von einer historischen Anlage gewesen wäre. In einer archäologischen Stätte, so der studierte Jurist weiter, hätte er so oder so selbstverständlich nichts aufgehoben.

Den Stein des Anstoßes, der ihn wegen seiner Form fasziniert hätte, bezeichnet der 49-Jährige selbst als „etwa 20 Zentimeter gross“, dreckig und mit keinerlei Inschriften versehen. Gegen das türkische Gesetz habe er auf keinen Fall verstoßen wollen. Er kündigte im Zuge dessen an, sich bei der Türkei entschuldigen zu wollen und sich auch den Folgen seines Handelns zu stellen: „Ich habe vollstes Vertrauen in die türkische Justiz. Falls ich mich vor Gericht verantworten muss, werde ich das machen.“

Urlaub in der Türkei ist für Varone und Familie jetzt kein Tabu

Der unschöne Vorfall, so versichert der Polizeikommandant weiter, habe seinen positiven Eindruck vom Land nicht trüben können. Sehr gerne komme er wieder dahin zurück. Überhaupt hätte die Familie eine schöne Ferienzeit dort verlebt. Wohin die nächste Reise in die Türkei geht, soll dann allerdings mit Bedacht ausgewählt werden. Steine, so versichert er, soll es dort jedenfalls keine geben.

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