Ramadan 2012: Heiliger Fastenmonat verändert türkische Internetsuch-Trends

Am 20. Juli 2012 ist für Muslime auf der ganzen Welt der heilige Fastenmonat Ramadan angebrochen. Seither haben sich auch ihre Interessen im Netz verändert. So sind seit Beginn der Fastenzeit die meistgesuchten Begriffe auf Google in der Türkei „Sahur“ (die Mahlzeit in den frühen Morgenstunden), „Iftar“ (das Fastenbrechen am Abend), Imsak“ (der Zeitpunkt, bis zu dem im Fastenmonat morgens gegessen werden darf ) und „Namaz“ (das rituelle Gebet).

Wie die türkischen Medien derzeit berichten, gehören „Iftar Zeit“, Iftar Essen“, „Iftar Restaurants“, Iftar Menü“ und „Rezepte für das Iftar-Essen“ derzeit zu den meist gegoogelten Phrasen in der Türkei. Daneben würden sich „Sahur Zeit“ und „Sahur Mahlzeiten“ unter den meistgesuchten Begriffen befinden, die die Bevölkerung in Bursa, Istanbul, Izmir und Ankara derzeit im Internet suchen würden (bereits kurz vor Beginn des Ramadans wurden in der Türkei stationierte US-Soldaten für das Thema sensibilisiert – mehr hier).

Rezepte und Mahlzeiten stehen im Netz im Vordergrund

Auch „Imsak Zeit“ stand hoch im Kurs der Internetsuche. Allerdings liege diese Suchanfrage eher in Städten wie Kayseri, Istanbul, Kocaeli, Bursa, Adana, Ankara, Izmir und Antalya ganz vorne. Weitere beliebte Wörter in dieser für Muslime so besonderen Zeit waren „Ramadan-Menü“, „Ramadan-Fest“, “Ramadan-Aktivitäten“ sowie natürlich auch der „Urlaub“ (das sind die attraktivsten Städte während des Ramadans – mehr hier). Ebenfalls zum Interessenrepertoire während des Ramadans gehört eines der beliebtesten Desserts im Fastenmonat, der Rosenpudding „Güllaç“. Kein Wunder, dass Phrasen wie „ Güllaç Rezept“ oder „wie mache ich Güllaç“ ebenso begehrt waren wie Rezepte für die süße Nachspeise„Kadayıf“, „Baklava“, „Sekerpare“ und last but not least „Sütlaç“.

Die Liste zeigt, was von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang während des Ramadans tabu ist, steht im Internet 24 Stunden lang im Vordergrund: Der Genuss. Wie schon im vergangenen Jahr fällt der Fastenmonat auch 2012 in eine der heißesten Zeiten des Jahres – zumindest in einigen Regionen. Die Phase des Verzichts und der Besinnung ist aber auch jene, in der die Ernährung alles andere als optimal verläuft. Statt an Gewicht zu verlieren, legen nicht wenige Gläubige sogar noch ordentlich zu. Der Grund: Fast all abendlich wird im Kreise der Familie oder mit Freunden zugeschlagen wie sonst selten. Viel zu viel, viel zu fett und viel zu süß ist das, was während des Iftars auf die Teller wandert – und das nicht selten die ganze Nacht.

Iftar und Sahur sollten mit Bedacht begangen werden

Der Gedanke an ausreichende Bewegung und ausgewogene Kost tritt während der Feierlaune in den Hintergrund. Dabei ist gerade die ausreichende Flüssigkeitszufur nach einer lange Phase des Verzichts unabdingbar. Auch Gemüse, Obst und proteinreiche Nahrungsmittel sollten nicht auf dem Speisezettel, der die Mahlzeiten optimal in mehrere Etappen einteilt, fehlen. Doch statt bescheiden mit Datteln, Wasser, Gemüsebrühe und einer Scheibe Brot zu beginnen, gehen die Fastenden sogleich in die Vollen. Doch auch der Start in den Tag mit dem so genannten „Sahur“ sollte mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Hier können Eier, Käse, Milch, Brot, Gemüse und Obst wesentlich dazu beitragen, sich auch während des Tages fit zu fühlen und nicht über Stunden wahren Heißhunger-Attacken anheim zu fallen.

Indonesien hat es im Ramadan auf Pornosites abgesehen

Apropos Internetsuche während des Ramadans: Pünktlich zum Beginn des Fastenmonats hat die Regierung in Indonesien, Land mit der weltweit größten Zahl an Muslimen, auch das Netz für seine Gläubigen „gesäubert“ und unzählige Webseiten unzugänglich gemacht, die pornographische Inhalte zeigten. Unterschiedlichen Angaben zufolge soll es sich um eine bis zwei Millionen Seiten handeln. Indonesiens Telekommunikationsminister Tifatul Sembiring kündigte darüber hinaus an: „Wir werden während des Ramadan noch mehr pornographische Seiten blockieren.“ Und das solle auch nach dem Fastenmonat so bleiben. Man sei, so der Minister weiter, darauf eingestellt, dass die Angebote später wieder auftauchen werden und will dann an einer erneuten Abschaltung oder Sperrung arbeiten.

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