Elektronische Spendenbox: Türkisches Unternehmen will gute Tat sicherer machen

Ein türkisches Unternehmen hat ein ATM-Gerät entwickelt, um seinen Landsleuten künftig Gewissheit zu geben, wo ihre Spenden tatsächlich landen. Die elektronische Spendenbox der in Ankara ansässigen Firma ist das Ergebnis dreijähriger Forschungs-und Entwicklungsarbeit.

Die Idee für diese neue Art des Spendens an Vereine, Organisationen und Moscheen stammt, so berichtet die türkische Zeitung Hürriyet, von der Firma Sera Reklamcılık. Das Ziel: Mit Hilfe des Geräts soll in Zukunft eine bessere Dokumentation der Spendenaktivitäten möglich sein.

Die Intention dahinter, so erklärt Ahmet Öz von Sera Reklamcılık weiter, seien Sorgen der Öffentlichkeit gewesen, ob ihre Spenden am Ende überhaupt bei den richtigen Menschen landen würden. „Die Türken sind ein Volk von Philantropen. Doch in den vergangenen Jahren haben sie angefangen sich zu fragen, ob ihre Spenden an die richtigen Stellen gehen. Aus diesem Grund haben wir begonnen uns mit diesem Thema zu beschäftigen.“ Das Ergebnis nach drei Jahren Forschungs- und Entwicklungsarbeit, so Öz, sei nun ein Gerät, das komplett von türkischen Ingenieuren entwickelt worden sei – inklusive Software.

Amt für Religiöse Angelegenheiten kontaktiert Firma

Einige Organisationen, darunter auch das Amt für Religiöse Angelegenheiten, hätten laut Öz bereits Interesse bekundet. Die Behörde plane das Gerät an Moscheen und einigen anderen Orten aufzustellen. Daneben stünden die Verhandlungen mit anderen Hilfsorganisationen und Institutionen in der finalen Phase. Schon in den nächsten Tagen, so Öz, würden diese abgeschlossen werden.

In den Höfen von Moscheen aufgestellte Spendenboxen, nicht selten aus einfachem Pappkarton, sind in der Türkei recht häufig anzutreffen, vor allem nach den Freitagsgebeten. Die hier geleisteten Abgaben stellen für nicht wenige religiöse Einrichtungen im gesamten Land einen wesentlichen Einkommensbestandteil dar. Die Innovation von Sera Reklamcılık könnte dieser Praxis ein Ende bereiten und den Spendern eine solidere und auch sichere Spendenmöglichkeit anbieten.

Erster Betrugsfall noch vor flächendeckender Einführung

Das Gerät wurde bereits beim türkischen Patentamt als so genannte „E-Geld-Box“ registriert. In der Entwicklungsphase des etwas anderen Geldautomaten musste das Unternehmen jedoch einen kleinen Rückschlag verkraften. So hatte ein Ex-Mitarbeiter eine Testversion des Geräts entwendet, an der Kocatepe Moschee in Ankara aufgestellt und als sein eigenes Projekt ausgegeben. An einem Tag, so berichtet die Hürriyet weiter, seien dabei 24.000 Lira zusammen gekommen. Als Sera Reklamcılık Wind davon bekam, hätte man das Gerät sofort entfernt und Anzeige erstattet.

Das ATM-Gerät akzeptiert sowohl türkische Lira als auch ausländische Banknoten, Münzen und Kreditkarten. Selbst falsche Banknoten werden erkannt. Die eingesetzte Softwäre ermöglicht es den Hilfsorganisationen wie viele Spenden in jeder einzelnen Maschine im gesamten Land gegeben wurden und sorgt so für eine transparentere Struktur. Wann die ersten Geräte aufgestellt werden, dazu macht Öz noch keine näheren Angaben.

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