Hilfe für Rohingya Muslime: Jetzt schaltet sich die türkische Regierung ein

Das Massaker an Rohingya-Muslimen in Myanmar hat nicht nur türkische Hilfsorganisationen, sondern jetzt auch die türkische Regierung auf den Plan gerufen. Das Amt des Premierministers hat nun ebenfalls eine Hilfskampagne gestartet, um all jenen zu helfen, die ihr Zuhause in der Provinz Arakan auf Grund der anhaltenden Gewalt verlassen mussten.

Die Situation der muslimischen Flüchtlinge, so schreibt die türkische Presse, ist derzeit desolat. Hunger, Durst und drohende Epidemien sind jetzt die Gegner der Rohingya Muslime, von denen zehntausende infolge der Gewaltexzesse aus Birma geflohen waren und in den Nachbarländern unter lebensbedrohlichen Umständen Zuflucht suchen (teils befinden sie sich in kaum erreichbaren Gebieten – mehr hier).

In einer Mitteilung im Amtsblatt teilt das Büro des Premierministers am vergangenen Sonntag mit: „Während des heiligen Fastenmonats Ramadan wird die Türkei den Muslimen in Myanmar jede mögliche Hilfe und Unterstützung zukommen lassen. (…) Zu diesem Zweck wurde vom Amt des Premierministers eine Hilfskampagne ins Leben gerufen.“

Die Koordination dieser Kampagne, so heißt es weiter, werde von der türkischen Katastrophenschutzbehörde (AFAD) übernommen. Alle Spenden, die von Gouverneurbüros, Gemeinden, nicht-staatlichen Organisationen und anderen öffentlichen Einrichtungen gesammelt werden, könnten auf speziell für diesen Zweck eingerichtete Konten eingezahlt werden (auch in Somalia leistete die Türkei vorbildliche Hilfe – mehr hier).

OIC will internationale Gemeinschaft aufrütteln

Derweil appelliert die Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC), deren Vorstand sich am vergangenen Wochenende in Jeddah getroffen hat, um über die Lage der Rohingya Muslime zu diskutieren, an die internationale Gemeinschaft. Sie solle zusammenarbeiten, um die Gewalt in Myanmar gegen die Muslimen zu stoppen.

In seiner Eröffnungsrede erklärte OIC-Generalsekretär  Ekmeleddin İhsanoğlu, dass der Umstand, dass die internationale Gemeinschaft es bisher versäumt habe, sich gegen die Unterdrückung und gegen die Morde an den Rohingya-Muslimen auszusprechen, die OIC-Länder wirklich enttäuscht habe. Die internationale Gemeinschaft müsse in diesem Fall klar Stellung beziehen. Das Gesetz über die Staatsbürgerschaft des Landes aus dem Jahr 1982, das den Muslimen grundlegende Bürgerrechte vorenthält, so fährt İhsanoğlu fort, müsse dringend geändert werden. „Weltweit müssen Hilfsaktionen ins Leben gerufen werden, um diesen Menschen zu helfen. Es sollte ein Aufklärungsteam nach Myanmar geschickt werden, um aus erster Hand zu erfahren, was dort passiert.“

Rohingya: Am stärksten verfolgte Minderheit der Welt

Unterdessen besuchte der türkische Botschafter von Myanmar, Murat Yavuz Ateş, gemeinsam mit einigen Amtskollegen und UN-Vertretern am vergangenen Sonntag, den 5. August, die Provinz Arakan, um sich vor Ort ein Bild zu machen. Wie aus einem Bericht der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) hervorgeht, sollen Birmas Sicherheitskräfte aktiv an den Gräueltaten an der muslimischen Minderheit beteiligt gewesen sein. Vorgeworfen wird ihnen auf Grund von Augenzeugen-Aussagen: „Mord, Vergewaltigung und einer großen Zahl von Festnahmen.“ Nach Ansicht der UNO gehören die Rohingya-Muslime zu den am stärksten verfolgten Minderheiten der Welt.

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