Istanbul Finanzzentrum: Ausschreibung für 4,5 Milliarden Lira Projekt startet am Mittwoch

Am kommenden Mittwoch, den 8. August, startet die Auschreibung für das 4,5 Milliarden Lira teure Istanbul Finanzzentrum (İFM). Bereits in den kommenden dreieinhalb Jahren soll das Projekt abgeschlossen sein.

Bis 2015, so berichten derzeit die türkischen Medien, soll das Istanbul Finanzzentrum bereits fertiggestellt sein. In einem ersten Schritt gehe es nun am kommenden Mittwoch um die Ausschreibung für den Bau „besondere Projekte und Erholungsflächen“, die sich später im Zentrum befinden sollen. Am Ende soll das 4,5 Milliarden Lira teure Vorhaben sowohl ein Kongress- und Messezentrum, als auch ein Hotel, ein medizinisches Zentrum und Handelszentren beherbergen.

Die 208.000 Quadratmeter große Fläche, die innerhalb des Zentrums speziellen Projekten und Erholungsflächen vorbehalten ist, soll bereits in zwei Jahren fertiggestellt sein. Die sich daraus ergebenden Einnahmen sollen dann in die weitere Infrastruktur reinvestiert werden. Mit der Ausschreibung wurde die Emlak Konut GYO beauftragt. Es können sich heimische wie ausländische Einzelunternehmen, private Einrichtungen oder Kooperationen am Bieterverfahren beteiligen. Dennoch, so heißt es weiter, werde die Ausschreibung nicht international ausgerichtet sein. Gebote von Konsortien stünden nicht zur Disposition.

Anlage soll nachhaltig ausgerichtet werden

Insgesamt soll das Istanbul Finanzzentrum auf einer Fläche von 3.200.000 Quadratmeter gebaut werden und 50.000 Arbeitsplätze schaffen. Neben einem Kongress-und Messezentrum, einer Bibliothek, einem Hotel, einer Schule und Moschee sowie Kindergarten und Ärztehaus sollen auch eine Feuerwache und ein Polizeipräsidium Platz finden. Darüber hinaus ist Wohnraum für 11.000 Menschen vorgesehen, der das Zentrum zu einem rund um die Uhr belebten Ort mache.

An der Planung beteiligt ist auch das Bosporus-Universität Kandilli Erdbeben Forschungs Institut, das im Vorfeld gründliche Untersuchungen über die Region durchgeführt hat. Das Ergebnis: Das Zentrum wird aus intelligenten Gebäuden bestehen, die in der Lage sind, ihren eigenen Strom zu produzieren und durch geringen Emissions-Austoß auch umweltfreundlich sind. Darüber hinaus wird das neue Finanzzentrum auch ein internes Kommunikationsnetz, Mobilfunk-und Parkleitsystem haben. Das Institut soll zudem gewährleisten, dass eine erdbebensichere Bauweise eingehalten werde.

Im Finanzzentrum vertreten sein werden unter anderem die Ziraat Bank, Halkbank, Vakıfbank und auch die Bankenaufsicht und Überwachungsbehörde. Zudem besteht die Möglichkeit, dass auch die Istanbuler Börse dahin umziehen könnte.

Finanzzentrum Istanbul: Wer soll dort einziehen?

Den Bau einer „türkischen Wall Street“, deren Idee bereits auf das Jahr 2006 zurückgeht, hatte der türkische Minister für Umwelt und Städtebau, Erdoğan Bayraktar bereits im vergangenen Februar angekündigt. Selbstbewusst erklärte man damals größer als New York, London oder Dubai und damit das neue Finanzzentrum der Welt werden zu wollen (das Immobilien-Unternehmen Jones Lang LaSalle sagte der Türkei ein Wachstum bis 2015 voraus – mehr hier). Doch bereits zu jener Zeit hatte sich das Klima in der türkischen Baubranche verschlechtert und sich die Immobilien-Verkaufszahlen auf den Rückzug begeben (die Frage stand im Raum: Wann platzt die Immobilien-Blase? – mehr hier). Gleichzeitig ging das Schuldengespenst in türkischen Haushalten um. Schon damals stand also die Frage im Raum, wer überhaupt all diese neu errichteten Büros, Wohnungen und Läden erwerben und einziehen soll. Die türkische Regierung jedenfalls setzt auf große Nachfrage nach Immobilien in Istanbul (der Grundstückserwerb für Ausländer wurde erleichtert – mehr hier). Daneben würden auf lange Sicht Banken und Bankenverbände von Ankara an den Bosporus übersiedeln.

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