Steuerabkommen geplant: Türken horten 158 Milliarden Dollar in der Schweiz

Ein Abkommen mit der Schweiz soll die Identität von Steuerhinterziehern aufdecken, die ihre Vermögen steuerfrei in der Schweiz horten. An die 158 Milliarden Dollar sollen Türken in der Schweiz deponiert haben.

Der türkische Finanzminister gab bekannt, dass die Regierung die Identitäten der Geschäftsleute bekanntgeben wird, die große Vermögen steuerfrei in der Schweiz halten. Dies soll ein neues Übereinkommen über den Austausch von Steuerinformationen sicherstellen, das im kommenden Jahr in Kraft tritt. Der Finanzminister Mehmet Şimşek berichtete der Sabah am Montag in einem Interview die neuesten Entwicklungen.

Einer britischen Studie des Tax Justice Network zufolge beläuft sich das Vermögen der reichsten türkischen Unternehmen und Personen auf sogenannten Offshore Bankkonten auf 158 Milliarden US Dollar. Damit umfasst es 1,5 Mal soviel Devisen, wie sich in der Türkei selbst befinden. Unter „Offshore Bankkonten“ versteht man Bankkonten, die außerhalb des eigenen Landes angelegt werden, um von einem günstigeren Steuersystem zu profitieren.

Beobachter sehen hierin ein gravierendes Problem der Türkei, das unbedingt angegangen werden muss. Bereits 2010 unterzeichneten die Türkei und die Schweiz ein Abkommen, das dem türkischen Finanzministerium den Zugang zu Informationen über die Konten türkischer Staatsbürger in der Schweiz ermöglichen wird. So wird auch nachvollziehbar werden, wenn Bürger ihr Vermögen kürzlich auf Konten anderer Steuerparadiesen verlagert haben.

Das Finanzministerium hat bereits ähnliche Verträge mit Malaysia, Singapur und Luxemburg abgeschlossen. Zudem werden Abkommen dieser Art bis Ende dieses Jahres mit Gibraltar, den Kaimaninseln, den Bahamas, den Barbados, den Jungferninseln und Panama in Betracht gezogen. ,,Wir haben sowohl die Gespräche aufgenommen, als auch die Verhandlungen abgeschlossen und warten jetzt auf die Bestätigung des Parlaments“, so Şimşek.

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