Olympia 2012: Russland lässt türkische Basketball-Träume zerplatzen

Knappper hätte es am Ende nicht sein können: Mit einem Punktestand von 66-63 siegten die russischen Basketballerinnen über ihre türkischen Gegnerinnen. Für Letztere ist nun noch vor dem Halbfinale Schluss. Insgesamt gibt der türkische Medaillenspiegel bei diesen Olympischen Spielen Anlass zur Sorge.

Für die russische Spielerin Becky Hammon ging es ebenso für wie für ihre türkischen Kontrahentinnen um alles oder nichts: Nach Hause fahren oder den Olympischen Traum weiterleben. Für die 35-jährige in South Dakota geborene Sportlerin waren es die zweiten Olympischen Spiele mit Russland. In Peking reichte es für Bronze. Nun hat sie ihr Land gemeinsam mit ihrem Team zum dritten Mal in ein Olympisches Halbfinale katapultiert. Auf die unangefochtenen Favoritinnen aus den USA ist die Mannschaft bisher noch nicht gestoßen. Zum Glück, wie sie selbst sagen und vielleicht auch zu ihrem Vorteil, um nach 1992 endlich wieder nach Gold zu greifen.

Teilnahme an den Spielen für Türkei bereits Riesenerfolg

Auf eine solche Historie können die türkischen Basketballerinnen bisher nicht zurückblicken. Euphorisch wurde bereits ihre Teilnahme an den Olympischen Spielen gefeiert. Erstmals war eine türkische Frauen-Basketball-Mannschaft mit dabei: Schon das ein Riesenerfolg für das Team (mit einem Sieg über Argentinien lösten sie ihr Ticket – mehr hier). „Vor fünf Jahren war es unser Ziel, die türkischen Leute stolz auf uns zu machen“, so der türkische Coach Ceyhun Yidizoğlu.Teilweise hätten sie das nun geschafft. Er hofft nun auf die Zukunft und großartige Leistungen bei künftigen Olympischen Spielen.

Bereits in den vergangenen Jahren haben sich die türkischen Basketball-Damen kontinuierlich verbessert (auch in der Gruppe A dieser Spiele machten die Damen eine außerordentlich gute Figur – mehr hier). Bei den Eurobasket 2011 siegten sie über Frankreich, bevor sie auch hier an Russland scheiterten. Noch im Vorfeld des Spieles in London war Trainer Yidizoğlu zuversichtlich, dass man die Russinnen, die ohne Maria Stepanova angetreten waren, besiegen könnte. Doch Hammon, die 2011 nicht mit von der Partie war, hatte er leider nicht auf dem Schirm. Gegen sie konnte auch die türkische Korbkönigin Nevriye Yılmaz (22 Punkte) wenig ausrichten.

Türkische Sportler auf dem vorletzten Platz

Bereits am kommenden Sonntag, den 12. August, heißt es schon wieder Abschied nehmen von London. Doch der bisherige Medaillenspiegel und die Platzierung im Gesamtranking gibt für die türkischen Sportlerinnen und Sportler wenig Anlass zur Freude. Nach 200 von insgesamt 302 Entscheidungen liegen sie vor Usbekistan auf dem vorletzten von insgesamt 66 Plätzen. Insgesamt gab es bisher gerade einmal eine Bronzemedaille. Ganz anders die Bilanz der Chinesen. Sie führen das Feld mit insgesamt 73 Medaillen an. 34 Mal freuten sie sich über Gold, 21 Mal über Silber und schließlich 18 Mal über Bronze. Deutschland befindet sich derzeit mit 27 erzielten Medaillen auf Rang acht. Sechs Mal gab es für die Bundesrepublik bisher Gold, 14 Mal Silber und sieben Mal Bronze. Grund zum Jubeln ist das allerdings nicht. Denn derart schlecht hat das deutsche Team seit 1968 in Mexiko-Stadt nicht mehr abgeschnitten. In Peking erreichte man immerhin noch Rang fünf.

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