Verheerende Waldbrände in Hatay: Bereits 300 Hektar sind zerstört

Im Distrikt Samandağ in der türkischen Provinz Hatay ist am vergangenen Montag ein Waldbrand ausgebrochen. Das Feuer hat bisher schon 300 Hektar Waldfläche zerstört.

Derzeit, so berichten die türkischen Medien, gehe man davon aus, dass das Feuer absichtlich von einer bisher nicht identifizierten Person an elf verschiedenen Punkten im Wald gelegt worden sei. Wie der Förster von Antakya, Mehmet Harbi, gegenüber den Reportern erklärte, sei das die wahrscheinlichste Möglichkeit. Im Augenblick, so fügte er hinzu, würden die Brände bereits drei Wohngebiete bedrohen (im Januar beschuldigte Griechenland die Türkei Waldbrände gelegt zu haben – mehr hier).

Um die Lage unter Kontrolle zu bekommen befänden sich derzeit zwei Brandbekämpfungsflugzeuge, drei Helikopter, zahlreiche Wasserwerfer und Löschfahrzeuge, 200 Feuerwehrleute und gut 250 Dorfbewohner im Dauereinsatz. Bisher sei das, so Harbi, allerdings noch nicht geglückt. Durch starke Winde würden sich die Flammen weiter ausbreiten. Um den Brand herum seien jedoch bereits alle nötigen Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden. Noch gibt sich der Förster zuversichtlich, dass man einer weiteren Ausbreitung Einhalt gebieten könnte.

Unterdessen hat die Polizei 16 Verdächtige festgenommen, die an der Brandstiftung beteiligt gewesen sein sollen. Doch nicht nur in Samandağ brach am vergangenen Montag ein Waldbrand aus. Gleich mehrere türkische Gegenden, unter anderem Bodrum, Aydın, Ayazağa, Osmaneli und Havran waren betroffen und dutzende Hektar Land wurden zerstört und unzählige Wildtiere kamen ums Leben (die Türkei hat diesen Sommer mit teils extremen Temperaturen zu kämpfen – mehr hier). Auch hier ziehen die Behörden in einigen Fällen Brandstiftung in Betracht.

Derartige Brände sind in der Türkei alles andere als unüblich. Nach verheerenden Feuern in der Urlaubsregion Antalya ist man dort mittlerweile zur umfassenden Prävention übergegangen. Wie die Deutsche Türkei Zeitung berichtet, hätte Forstverwaltung Antalya sieben Einsatztrupps mit zwei Feuerlöschflugzeugen, zwei Helikoptern, 92 Beobachterstationen und 911 Feuerleuten gegründet. Die Einsatztrupps seien über die Wintermonate von 13 Fachleuten ausgebildet und in sieben Gruppen eingeteilt worden. So stünden ausgebildete Fachleute zur Verfügung, falls es zu Waldbränden kommen sollte. Geschult wurde das Personal im Einsatz von Funkgeräten, die Nachrichtenübermittlung, Erste Hilfe, das Evakuieren der Anwohner und die Benutzung von Gasmasken, Schutzbrillen und feuerfesten Anzügen. Daneben ging es aber auch um Techniken, einen Waldbrand einzugrenzen und fachmännisch unter Kontrolle zu bekommen.

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