Überall Konflikte: Russischer Premier Medwedjew rät Landsleuten zu Ferien in der Türkei

Die Nachrichten über Unruhen im Ausland haben einen russischen Minenarbeiter offenbar ziemlich verschreckt. Nirgendwo, so der Eindruck, scheint es derzeit sicher. Rat suchend wandte er sich an den russischen Premier Dmitri Medwedjew. Und für den war sofort klar: Hier kommt nur die Türkei infrage.

„Wir können unsere Ferien nicht im Ausland verbringen. Überall gibt es Konflikte. Wir können noch nicht einmal nach Ägypten“, zitieren die türkischen Medien das Klagen des nicht näher genannten Arbeiters aus der Kohlemine Komsomolets in Leninsk-Kuznetsky gegenüber Medwedjew, der sich am vergangenen Montag auf Visite in der besagten Region in Sibirien aufhielt.

Doch liegt der Minenarbeiter mit seiner Einschätzung richtig? Nach Ansicht von Medwedjew eher nicht: „Es gibt doch die Türkei, richtig“, soll der Politiker dem Ratsuchenden spontan entgegnet haben. Die Türkei sei demnach nicht nur ein sicheres Reiseziel, sondern es bestünde auch noch Visa-Freiheit.

Türkeibesuch: Deutsche und russische Touristen ganz vorn

Der Argumentation von Premier Dmitri Medwedjew folgen in letzter Zeit übrigens immer mehr russische Touristen. Allein im vergangenen Juni sollen gut 600.000 Russinen und Russen in die Türkei gereist sein. Befeuert wurde diese Entwicklung sicherlich durch die gegenseitige Erklärung beider Staaten im März letzten Jahres, die Visapflicht für die jeweiligen Bürger des anderen abzuschaffen. Bereits im darauffolgenden April wurde dann der visafreie Reiseverkehr Realität.

Laut Angaben des türkischen Ministeriums für Kultur und Tourismus hätten die Besucherzahlen für das erste Halbjahr 2012 insgesamt einen leichten Rückgang erfahren (die meisten würden übrigens in Istanbul landen – mehr hier). In den ersten sechs Monaten seien demanch rund 12.7 Millionen Touristen in die Türkei gereist. Im Zeitraum von Januar bis Juni 2012 hätten die deutschen Besucher die Mehrheit der Touristen gestellt (sie fahren am liebsten nach Antalya – mehr hier). Nahezu zwei Millionen Deutsche hätten den Weg in die Türkei während dieser Zeit angetreten. Dicht auf dem Fuße folgten ihnen die russischen Touristen mit einer Zahl von 1.43 Millionen. Zahlenmäßig auf Platz drei landeten die Briten, von denen es etwas unter einer Million Besucher in sonnige türkische Gefilde zog (aus Israel hätte Premier Erdogan hingegen am liebsten gar keine Touristen – mehr hier).

Russland nicht von europäischer Wirtschaftskrise betroffen

Langfristig, so scheint es, könnten die russischen Touristen den Gästen aus Deutschland sogar den Rang ablaufen. In den vergangenen Jahren haben rund 3,5 Millionen Russen die Türkei besucht. Wohingegen die Zahl der deutschen Touristen, darunter auch Türken mit deutschem Pass, bei 4,8 Millionen lag. Wie Turgut Gür, Vorsitzender des Vereins Türkischer Tourismusinvestoren (TYD), bereits im vergangenen Mai gegenüber den türkischen Medien erklärte, hätten die Frühbucher bereits ordentlich zugeschlagen und für ausgebuchte Hotels gesorgt. „Von der europäischen Wirtschaftskrise sind wir nicht betroffen. Wir beobachten steigende Touristenzahlen aus dem Libanon, Russland und Kasachstan. Alles Länder, die von der Krise nicht betroffen waren”, fasste Gür die Situation zusammen und wies darauf hin, dass es jedes Jahr mehr Russen seien, die der Türkei einen Besuch abstatten würden.

Mehr zum Thema:

Olympia 2012: Russland lässt türkische Basketball-Träume zerplatzen
12,7 Millionen Touristen in 2012: Zwei Prozent weniger als im Vorjahr kommen in die Türkei
Türkei sperrt russisches Facebook: Urlauber empört über „vkontakte“ Blockade

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.