Nach der Olympia Pleite: Nevin Yanıt hat schon wieder neue Ziele vor Augen

Sie war so dicht an einer Medaille dran: Dass es für die türkische Läuferin Nevin Yanıt im Finale über 100-Meter-Hürden am Ende nur für Platz fünf gereicht hat, tut der Motivation der Ausnahmesportlerin offenbar aber keinen Abbruch. In Zukunft sei noch jede Menge drin, so Yanıt selbstbewusst. Ein neues Ziel hat sie bereits vor Augen: Die Mittelmeer-Spiele in ihrer Heimatstadt.

Auch wenn am Ende kein Gold in die Türkei ging, für Nevin Yanıt wird ihr Auftritt bei den 30. Olympischen Sommerspielen in London in diesem Jahr wohl auf immer unvergesslich bleiben. Die Athletin hat ihr Bestes gegeben und immerhin mit einer Zeit von 12.58 Sekunden einen neuen türkischen Rekord über 100-Meter-Hürden aufgestellt (Der Sieg ging an die Australierin Sally Pearson – mehr hier).

Unter 12.61 Sekunden: Nevin Yanıt erreicht selbstgestecktes Ziel

„Ich bin absolut glücklich. Im Finale gegen all diese Gegnerinnen anzutreten war wie ein Traum“, beschreibt Yanıt gegenüber der Nachrichtenagentur Anatolia ihren Gemütszustand nach dem Rennen. Natürlich sei sie traurig, dass es nicht für ein Edelmetall gereicht hätte. Doch das Jahr als Europameisterin und fünfte bei den Olympischen Spielen abzuschließen sei auch nicht das Schlechteste.

Der Druck, unter dem die junge Frau im Vorfeld der Olympischen Spiele stand, war enorm. Als die Medaillenhoffnung wurde sie angepriesen. In den Monaten vor dem großen Wettkampf schien sie in der Form ihres Lebens zu sein. Ihr selbstgestecktes Ziel war ambitioniert: 12.59 Sekunden wollte sie bei Olympia laufen und damit ihren eigenen nationalen Rekord über 12.61 Sekunden, den sie nur zwei Wochen vor den Spielen aufstellte, unterbieten. Zuvor hatte sie bereits erfolgreich ihren EM-Titel verteidigt.

Bereits im Halbfinale konnte sie diese, selbstgesteckte Vorgabe mit Bravour bewältigen, zwei Stunden später, beim Finallauf schaffte sie die gleiche Zeit erneut. „Ich wollte die ganze Zeit eine Medaille. Nachdem ich im Halbfinale den türkischen Rekord gebrochen hatte, war ich voller Hoffnung. Dass die Top 3 dann aber derart gute Zeiten laufen würden, konnte ich nicht vorhersehen.“

Mit einem guten Team ist 2016 durchaus eine Medaille möglich

Dass der Traum von der Medaille am Ende zerplatzte, dafür will die Athletin jedoch nicht allein die Verantwortung übernehmen. In einem Interview mit dem türkischen Sportsender NTV Spor erklärte sie, dass Edelmetall vielleicht sogar drin gewesen wäre, wenn man sie mehr unterstützt hätte. „Wir haben so hart zusammen trainiert. Aber wir mussten alles selbst machen. Hätten wir ein besseres Team, dann hätte ich auch eine Medaille gewinnen können.“ Eine Einschätzung, die auch von ihrem Trainer Cüneyt Yüksel geteilt wird. Es hätte, so der Coach, keinen Kader gegeben. Während des Trainings hätte man sogar die Hürden selbst aufgestellt. Assistenten, Ärzte oder Berater? Fehlanzeige. Alle Athleten, die jetzt eine Medaille gewannen, hätten das jedoch gehabt. Wenn man Hilfe hätte, so stellt er in Aussicht, spräche jedenfalls nichts dagegegen, dass es 2016 doch klappen könnte (Für den türkischen Ringer Rıza Kayaalp gab es bereits Bronze – mehr hier).

Doch vor den Spielen in Rio stehen für Yanıt erst einmal andere Dinge an: Im nächsten Jahr möchte sie bei den Mittelmeer-Spielen in ihrer Heimatstadt Mersin glänzen und dort eine Medaille holen. Die neu gesteckte Zeit: 12.40 Sekunden.

Hier noch einmal ihr großer Finallauf in London:

http://www.youtube.com/watch?v=rWE8npAJ2Dw

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