Spiel mit den Traditionen: Deutscher Performancekünstler experimentiert in Istanbul

Jürgen Fritz, ein Performancekünstler aus Deutschland, nimmt derzeit an einem Kunstfestival in Istanbul teil. Ihm gefällt nicht nur die Neugierde seiner türkischen Zuschauer. Er wurde selbst neugierig und kombinierte nun traditionellen türkischen Volksgesang mit seinen Aufführungen.

Die Workshops und Auftritte, die  der deutsche Performancekünstler Jürgen Fritz auf dem IPA Istanbul Festival gegeben hat, hätten ihn äußerst positiv beeindruckt. In Deutschland, so verriet er im Gespräch mit der türkischen Presse, stieße er häufiger auf eine „aggressive“ und ablehnende Haltung. Im Gegensatz dazu sei die „Neugierde der Istanbuler“ bezeichnend gewesen. Gerade bei Straßenperformances sei die Reaktion des Publikums von äußerster Wichtigkeit.
„Performancekunst ist die Kunst des Momentes. Du musst immer den Moment und dein Publikum mit einrechnen“, so Fritz. Nicht nur der Künstler, sondern auch die Zuschauer gestalten diesen mit.

Verbindung aus traditioneller Kunst und Performance

Jürgen Fritz ist bereits seit 1982 Teil der Performance-Kunstszene. Er erlangte „viele Erkenntnisse über Kunst, das Leben und Menschen im Allgemeinen“. Im Zentrum seiner Werke steht „wie ein Mensch sich als solcher definiert“. Derartigen Fragen geht er nun in seinem neusten Projekt zusammen mit dem türkischen Folksänger Özgür Yalçın auf den Grund. „Die Verbindung aus traditioneller Kunst und Performance schafft einen neuen Raum aus musikalischen und physischen Austausch“, erläutert der Künstler die neue Symbiose.

Diese etwas ungewöhnliche Kombination aus traditioneller Kunst zweier verschiedener Kulturen klingt zunächst etwas ungewohnt. Doch verschiedene Ansätze der jüngeren Vergangenheit belegen, dass man sich durchaus damit anfreunden sollte. Unter den neuen, experimentellen Ansätzen gibt es zum Beispiel auch die „Unterbiberger Hofmusik“, die in ihrem neuen Album „Bavaturka – Türkische Reise“, bayerische Volksmusik mit dem orientalischen Klängen mischen (Die Familie ist bekannt für ihre grenzüberschreitenden Musikprojekte – mehr hier)

Plattform für den Austausch von Ideen und Erfahrungen

Jürgen Fritz und Özgür Yalçın waren am vergangenen Samstag, den 10. August, gemeinsam in Istanbul zu sehen.  Das Istanbul-Festival von IPA (International Performance Association) fand vom 29. Juli bis zu diesem Sonntag, den 12. August 2012, statt und ist das bisher erste IPA-Festival, das im Ausland durchgeführt wurde. Ursprünglich ist das Festival in Berlin beheimatet. Organisiert wurde die Veranstaltung in Istanbul von der KOZA Visual Culture and Arts Association und von der Maumau Art Residency gefördert. Veranstaltungsorte waren unter anderem Salt Galata, Pasajist, Gallery NON und DEPO. Ziel ist es darstellende Künste zu fördern, Kunstliebhaber und Nachwuchskünstler aus der ganzen Welt zusammen zu bringen und ihnen eine Plattform für den Austausch von Ideen und Erfahrungen zu bieten.

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