Einsatz im Krisengebiet: US-Barracken werden in der Türkei hergestellt

Bilder von weißen Containern, die in Kriegs- oder Krisengebieten stehen, gehen seit langem um die Welt. Doch woher stammen eigentlich diese hochbeständigen Anlagen? Ein türkisches Unternehmen namens Prekons produziert diese vorgefertigten Einheiten, die unter anderem auch an das US-Militär gehen und später in so gefährlichen Gebieten wie Afghanistan, im Sudan oder im Irak eingesetzt werden.

Wie die türkische Nachrichtenagentur Anatolia berichtet, habe das in Ankara ansässige Unternehmen Prekons allein seit dem Jahr 2009 Produkte im Gesamtwert von gut 100 Millionen Dollar an das US-Militär geliefert. Genutzt werde das Equipment, laut Ekin Çakılcı, Mitglied des Vorstands von Prekons, in militärischen Brennpunkten wie dem Sudan, Afghanistan und im Irak. Unter den Kunden des türkischen Unternehmens befänden sich aber auch das französische und britische Militär (die USA wiederum unterstützten den Kampf gegen die PKK mit Waffen – mehr hier).

Warum die türkischen Erzeugnisse für solche Einsätze in Krisengebieten besonders geeignet sind, erklärt Çakılcı wie folgt: So würden die Barracken etwa einem Druck bis zu zehn Pfund pro Quadratzoll (PSI) standhalten, was einer Gewalt von 1000 Kilogramm TNT-Sprengstoff bzw. der Explosion von 4000 Granaten entspräche. Einmal von innen verriegelt, sei zudem ein Eindringen von außen nicht mehr möglich. So böten die Module zwischen 15 und 90 Minuten lang Schutz. „Sobald die Tür einmal verriegelt ist, kommt innerhalb dieser Zeitspanne niemand hinein. Egal, was diejenigen auch tun“, erklärt Çakılcı die besondere Beschaffenheit.

Daneben habe das Unternehmen eigenen Angaben zufolge bereits Container entwickelt, die panzerbrechenden Angriffen standhalten bzw. auch nuklearsicher seien. Auf Anfrage würden die Gebäude auch mit Kommunikations- und Alarmanlagen ausgestattet. Neben solchen Schutzräumen, Arsenalen, Wachtürmen und Kontrollpunkten entwickle Prekons aber auch größere Gebäuden wie zum Beispiel Schlaf-und Business-Einrichtungen (auf der anderen Seite verkündete die türkische Regierung Anfang des Jahres, sie werde die Luftwaffe aufrüsten. Aus den USA würden zunächst zwei F-35 Kampfjets bestellt – mehr hier).

Erzeugnisse kommen auch im Gesundheitswesen zum Einsatz

Mittlerweile habe das jährliche Exportvolumen rund 45 Millionen Dollar erreicht. Zu den Exportmärkten zählen Kanada, Saudi-Arabien, Argentinien, Pakistan, Thailand und Katar. Das günstigste Erzeugnis sei für 2,500 Dollar zu haben. Doch nicht nur das Militär gehöre zum Kundenstamm, sondern auch Öl-und Gasunternehmen, wie BP, Shell, Exxon, Chevron and ENI.

Insgesamt verfügt Prekons mittlerweile über vier Produktionsstätten, die neben den Sektoren Militär und Energie unter anderem auch die Bereiche Katastrophenschutz, Gesundheitswesen – die Module kamen etwa während des Erdbebens in Van zum Einsatz – oder Tourismus abdecken. Neben dem Standort in der Türkei betreibt das 1990 gegründete Unternehmen Büros in Dubai und Algerien.

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