Film über Osama Bin Laden: Trailer ist kein Wahlkampf für Obama

Etwas mehr als ein Jahr nach dem Tod von Terrorfürst Osama Bin Laden hat Hollywood nun den Trailer zu einem neuen Film herausgebracht, der die Jagd auf den einstigen Al Qaida-Chef thematisiert. Ein politischer Schachzug, der dem Wahlkampf von Barack Obama, der das Kommando im Mai 2011 angeordnet hatte, dienlich sein könnte, ist das nach Angaben des Drehbuchautors allerdings nicht.

Vorwürfe, Hollywood würde dem amtierenden US-Präsidenten in die Hände spielen, kamen schon vor einem Jahr durch den US-Kongressabgeordneten Peter King auf. Der Republikaner, der im Ausschuss für Heimatschutz aktiv ist, war überzeugt, dass die Filmemacher die Veröffentlichung des Blockbusters genau mit dem Wahlkampfjahr in den USA abgestimmt hätten. Darüber hinaus äußerte er schon 2011 die Sorge, das die US-Regierung zu lax mit sensiblen Informationen umgegangen sein könnte (Amerikanische Internetexperten haben im Mai die Webseiten der Al Qaida im Jemen gehackt und Texte verändert – mehr hier).

Mark Boal: Im Film spielt kein Barack Obama mit

Alles Unsinn heißt es nun von Seiten des Drehbuchautors Mark Boal. Die Sichtweise auf die Geheimoperation, während der Osama Bin Laden gejagt und letztlich getötet wurde, sei eine völlig unpolitische. Obama, so der Autor, werde im Film noch nicht einmal dargestellt (das Filmprojekt wurde schon kurz nach der Tötung Bin Ladens bekannt – mehr hier).

Sony Pictures hatte den Trailer zu „Zero Dark Thirty“ erst am vergangenen Dienstag veröffentlicht und wurde auf YouTube mittlerweile mehrere Hundertausendmal geklickt. Der Trailer gilt bei einigen als umstritten, da erst vor kurzem bekannt wurde, dass die Boal und Regisseurin Kathryn Bigelow über die Bin Laden-Operation Hintergrundgespräche mit dem Weißen Haus, dem Pentagon und dem CIA geführt hatten. Sowohl das Pentagon als auch das CIA gaben jedoch an, dass ihre Interaktion mit den beiden Oscar-Gewinnern völlig normal und Routine gewesen seien.

Maureen Dowd bringt Kritik an Filmemachern auf

Anlass für Kings öffentliche Kritik war im Sommer 2011 ein Artikel der New York Times-Kolumnistin Maureen Dowd, die behauptete, dass die beiden Filmemacher „auf höchster Ebene Zugang zu der allergeheimsten Mission der Geschichte bekommen – und zwar von einer Regierung, die mehr Leute für Geheimnisverrat ins Gefängnis zu werfen versucht hat, als die Bush-Administration.“ Dowd behauptete weiter, dass der Film am 12. Oktober in die Kinos kommen sollte. Nur gut drei Wochen vor den Präsidentschaftswahlen. Nachdem ihr Artikel veröffentlicht war, hieß es jedoch auf einmal, die Premiere wäre erst für Dezember angesetzt. Das bestätigte nun auch Boal in einer Email an Reuters. Demnach befände sich der Film gerade in der Postproduktionsphase. Wie er herausstellte, gäbe es keinen politischen Unterton – weder im Film selbst noch angesichts des Premierendatums: „Der Film hat keine parteipolitischen Agenda“, so der Drehbuchautor. Und es gehe schon gar nicht um den Präsidenten. Leute, die anderes behaupten, hätten keine Ahnung von Film.

Ob das Kritiker wie Tom Fitton, Präsident von Judicial Watch, besänftigen kann, scheint ungewiss. Seine Gruppierung fordert nach wie vor umfassende Aufklärung über die Gespräche der Filmleute mit Regierungsbeamten. Es ist schließlich Wahlkampf.

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