Hilfe für Rohingya-Muslime: Ahmet Davutoğlu und Emine Erdoğan persönlich in Myanmar

Der türkische Außenminister Ahmet Davutoğlu und die Frau des türkischen Premiers, Emine Erdoğan, haben an diesem Freitag Rohingya-Muslime im Flüchtlingscamp Banduba in Birmas Küstenstaat Rakhine besucht.

Ahmet Davutoğlu und Emine Erdoğan waren bereits am vergangenen Mittwoch nach Birma aufgebrochen, um persönlich Hilfgüter an die verfolgte ethnische Minderheit auszuhändigen. Ihr Engagement, so heißt es in den türkischen Medien, sei, abgesehen von dem der Vereinten Nationen, die erste ausländische Hilfe, die die Flüchtlinge in den teils nur schwer zu erreichenden Lagern ereilen würde.

Vor Ort wurden der Außenminister und die Premiersgattin vom türkischen Roten Halbmond über die Lebensbedingungen im Flüchtlingslager informiert. Laut Angaben der Mitarbeiter befänden sich derzeit  8,532 Menschen im Camp. Untergebracht seien sie in insgesamt 801 Zelten. Vom türkischen Roten Halbmond werden sie mit Lebensmitteln versorgt. Von Emine Erdoğan nach den größten Problemen befragt, gaben die Mitarbeiter an, dass es in der Tat vor allem schwierig sei die Leute gut unterzubringen. Daneben gehöre Unterernährung zu den drängendsten Problemen.

AFAD sammelt 3,4 Millionen Lira Spendengelder

Der Außenminister und seine Begleiterin besuchten danach auch ein buddhistisches Lager und verteilten dort weitere Hilfspakete. Hierbei erfuhren die beiden Besucher auch von den Problemen der Buddhisten. Davutoğlu zeigte sich sichtlich berührt und betonte noch einmal, dass alle Menschen gleiche Rechte hätten und er Muslime und Buddhisten in Frieden zusammen leben sehen möchte. Von der türkischen Bevölkerung übermittelte er den Menschen in Myanmar die allerbesten Wünsche und stellte heraus, dass der türkische Rote Halbmond gekommen sei, um allen zu helfen und das auch weiterhin tun werde (das Hauptaugenmerk im Westen liegt derzeit weiterhin bei Syrien – mehr hier).

Offiziellen Angaben zufolge leben derzeit gut 55 Millionen Menschen in Myanmar. 90 Prozent der Bevölkerung sind Buddhisten, zehn Prozent sind muslimischen Glaubens. Wie die türkische Katastrophenschutzbehörde (AFAD) unterdessen mitteilt, habe man im Rahmen einer eigens ins Leben gerufenen Kampagne bereits 3.4 Millionen Lira an Spendengeldern sammeln können. Dafür sprach die Behörde den türkischen Bürgerinnen und Bürgern ihren Dank aus (auch andere türkische Hilfsorganisationen haben sich mobilisiert – mehr hier).

Gewalt gegen Muslime mit Besuch der Delegation gestiegen

Wie die türkische Zeitung Zaman schreibt, gebe es derzeit Berichte, wonach die Gewalt an der muslimischen Bevölkerung in Myanmar unmittelbar nachdem die Nachricht vom Besuch Erdoğans und Davutoğlus landesweit bekannt wurde, zugenommen hätte. Nach Angaben der Zeitung Vatan sei ein Anstieg der Taten an Muslimen schon kurz vor dem Eintreffen der hochrangigen türkischen Delegation am vergangenen Donnerstag zu beobachten gewesen. Das Blatt stützt sich dabei auf die amerikanischen Salem News. Diese schreiben: „Nachdem sie vom Besuch der türkischen Delegation hier gehört haben, verwüsteten Buddhisten die Häuser ansässiger Muslime und töteten Dutzende Menschen. Solchen Horror haben wir noch nie gesehen. Solche Szenen können nicht einmal erfahrene Regisseure erdenken.“

Seit Ausbruch der Unruhen vor einigen Wochen wurde in insgesamt neun Staaten der Ausnahmezustand ausgerufen. Daneben wurde in bestimmten Teilen des Landes mit einem hohen muslimischen Bevölkerungsanteil auch eine nächtliche Ausgangssperre von sieben Uhr abends bis fünf Uhr morgens verhängt. Infolge den anhaltenden blutigen Massaker versuchen die Muslime in der Region Arakan weiterhin über den Fluss zwischen Myanmar und Bangladesch zu fliehen, obwohl sich die Behörden derzeit weigern, noch mehr Flüchtlinge ins Land zu lassen, weil sie angeblich nicht in der Lage seien mit einem weiteren Zustrom von Flüchtlingen fertig zu werden.

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