Türkischer Doppelerfolg über 1500 Meter: Britische Läuferin erhebt Manipulationsvorwürfe

Die britische Läuferin Lisa Dobrisky erhebt schwere Vorwürfe gegen ihre Mitstreiterinnen im olympischen 1500-Meter-Finale der Frauen. Die Athletin beschuldigt das Feld, das die beiden Türkinnen Asli Cakir Alptekin und Gamze Bulut mit Gold und Silber für sich entschieden, des Betrugs.

Dobrisky selbst, so berichten derzeit die türkischen Medien, sei mit einer Zeit von 4:13.02 am vergangenen Freitagabend als Zehnte jenseits jeglicher Medaillenchancen ins Ziel gelaufen. Nun behauptet sie in einem Gespräch mit  Radio 5 Live allerdings, dass innerhalb des Läuferinnenfeldes keine „ausgewogenen Teilnahmebedingungen“ geherrscht hätten. „Ich denke, die Leute werden am Ende geschnappt. Daumen drücken“, so Dobrisky.

Natürlich, so erklärt die Sportlerin weiter, sei sie mit ihrer Platzierung nicht glücklich. Sie wolle auch nicht mit dem Finger auf bestimmte Leute zeigen, sondern äußere einfach nur das, was sie derzeit fühle. Dobrisky, die in jüngster Zeit mit schweren gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte, setzt voll und ganz auf die Auswertungen des Blutpasses, glaubt aber auch, dass diese Spiele dafür zu früh gekommen wären.

Cakir Alptekin: „Das billigste Gold der Olympischen Spiele“

Der britische Frust ist seit dem verpatzten Finallauf natürlich groß. Doch selbst in der hiesigen Presse werden ihre Anschuldigungen als „bizarr“ betrachtet. Denn: Das 1500-Meter-Finale sei das langsamste Rennen der olympischen Geschichte gewesen. Das Feld war mehr als fünf Sekunden langsamer als der nächst Langsamste. Vom Weltrekord über 1500 Meter, der aus dem Jahr 1993 stammt, sei man ohnehin meilenweit weit entfernt. Damals lief die Chinesin Qu Yunxia 3 Minuten 50.46 Sekunden. Keine Frau ist diese Distanz in diesem Jahrhundert unter 3.55 gelaufen. Dennoch spottet das Boulevardblatt Daily Mail über die Goldmedaille der türkischen Läuferin Cakir Alptekin. In ihren Augen sei diese auf Grund ihrer Zeit von 4:10.23 „das billigste Gold der Olympischen Spiele“ gewesen. Immerhin sei sie aber fünf Sekunden schneller als im Halbfinale gewesen. „Die einzige Droge, die hier wahrscheinlich von den Läuferinnen eingesetzt wurde, ist ein Sedativum. Sie haben die 80.000 Zuschauer mit ihrer Leistung eingeschläfert.“

Alptekin und Bulut glauben an Frust bei Dobrisky

Cakir Alptekin hat mittlerweile auf die Anschuldigungen ihrer Konkurrentin, immerhin WM-Silbermedaillengewinnerin von 2009, reagiert. Diese würden, so die 27-Jährige, die Persönlichkeit Dobrisky widerspiegeln. „Ich habe in einem Monat sechs Tests absolviert, vor und nach dem Rennen“, klärt Cakir Alptekin gegenüber der Hürriyet auf. „Es interessiert mich nicht, was sie sagt. Solche Aussagen spiegeln nur ihre Persönlichkeit wider.“ (die türkische Läuferin Nevin Yanıt nahm ihren Platz fünf über 100-Meter-Hürden sportlich und hat nun neue Ziele vor Augen – mehr hier)

Auch Silbermedaillengewinnerin Gamze Bulut wies die vagen Anschuldigungen der Britin zurück. „Die britische Läuferin hat vor den Augen ihrer Leute versagt. Zehntausende Briten haben uns applaudiert. Sie muss darüber sehr eifersüchtig gewesen sein.“ (Bulut und ihre Landsfrau trennten nur 0,17 Sekunden – mehr hier)

http://www.youtube.com/watch?v=XRqezFTqYLE

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