Emine Erdoğan: Asma Assad ist eine große Enttäuschung für mich

Einst pflegten die beiden Damen einen vertrauten Umgang miteinander. Seit dem Ausbruch der Unruhen in Syrien hat sich das Blatt gewendet. Jetzt hat Emine Erdoğan ihre frühere Freundin Asma Assad scharf für das Morden in Syrien kritisiert.

„Ich kann nicht glauben, wie sie in Anbetracht dessen, was da gerade passiert, schweigen kann“, zitieren die türkischen Medien Emine Erdoğan auf ihrem Rückweg von Myanmar, wo sie gemeinsam mit dem türkischen Außenminister Ahmet Davutoğlu geflüchteten Rohingya-Muslimen einen Besuch abstattete (sie informierten sich vor Ort über die prekäre Situation – mehr hier). „Sie ist eine große Enttäuschung für mich.“

Erdoğan kann Schweigen von Assad nicht verstehen

Emine Erdoğans Frust, so die Ansicht der türkischen Presse, sei umso größer, als dass die Frau des Premiers immer davon ausgegangen sei, dass Bashar al-Assads Gattin eine Demokratisierung und Modernisierung in Syrien durchaus befürworte. Tatsächlich sei sie sogar davon ausgegangen, dass ihre einstige Freundin sich dagegen aussprechen würde, als die syrische Regierung die Proteste begann gewaltsam niederzuschlagen und zu ihrem Vater nach England zurückkehre.

Bereits im Juli oder August vergangenen Jahres, so heißt es weiter, hätte sich Emine Erdoğan über Asmas Gatten Bashar al Assad, der damals noch eine Verbindung zu ihrem Mann hatte, an sie gewandt, und sie gebeten Kontakt zu ihr aufzunehmen. Doch es herrschte Funkstille. „Ich konnte es einfach nicht glauben, dass sie mich nicht anrief. Denn wir waren enge, gute Freundinnen. Zwischen uns gab es kein Protokoll“, so Erdoğan, die sich in diesem Zusammenhang auch an gemeinsame Urlaube mit der Familie Assad zurück erinnert. Eltern, Kinder, Verwandte seien dabei gewesen ohne, dass das die Medien gewusst hätten.

Emine Erdoğan hätte Zuflucht in der Türkei angeboten

Über das Verhalten ihrer einstigen Freundin scheint Erdoğan jedenfalls tief verletzt: „Ich habe ihr mein Herz geöffnet. Sie ist eine große Enttäuschung.“ Hätte sie Assad damals um Hilfe gebeten, als sie versucht habe sie zu kontaktieren, wäre sie jederzeit dazu bereit gewesen. „Ich hätte gesagt: Komm‘ mit deinen Kindern in die Türkei. Lebe in der Türkei. Hier wärst du in Sicherheit.“

Solche Angebote sind mittlerweile natürlich obsolet, der Sturz von Machthaber Bashar al Assad nur noch eine Frage der Zeit (schon Ende Juli hat die Türkei ihre Grenzen geschlossen – mehr hier). Mittlerweile wollen die USA und die Türkei den ganzen Prozess gar noch beschleunigen. Während ihres Besuches am vergangenen Samstag in Istanbul erklärte US-Außenministerin Hillary Clinton: „Niemand kann sagen, wann das Regime fallen wird, aber der Tag wird kommen.“ Zu einer möglichen von den Rebellen geforderten Flugverbotszone äußerte sie sich am Wochenende jedoch nicht konkret. Das müsse noch intensiv erörtert werden. „Es ist eine Sache, über mögliche Aktionen zu reden, aber man kann vernünftige Entscheidungen nicht ohne eingehende Analysen und operative Planung treffen“, zitiert Reuters die US-Außenministerin.

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