Kriegsgefahr steigt: USA und Türkei wollen Flugverbotszone über Syrien

Die USA zieht die Einrichtung einer Flugverbotszone in Syrien in Betracht. Dabei benötigt US-Außenministerin Hillary Clinton die Unterstützung der Türkei. Ahmet Davutoğlu sicherte ihr diese bereits zu, kündigte zudem jedoch auch an, das syrische Grenzgebiet womöglich besetzen zu wollen, um mehr Menschen die Flucht aus Syrien zu ermöglichen.

Hillary Clinton verkündete nach Gesprächen mit ihrem türkischen Amtskollegen Ahmet Davutoglu am Samstag eine „vertiefte Zusammenarbeit“ anzustreben, um syrische Rebellen zu unterstützen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Die Einrichtung einer Flugverbotszone werde nun ernsthaft in Betracht gezogen. Nach „intensiver Erörterung“ solle genaues entschieden werden, so Clinton.

„Es ist eine Sache, über mögliche Aktionen zu reden, aber man kann vernünftige Entscheidungen nicht ohne eingehende Analysen und operative Planung treffen“, so die Außenministerin weiter. Bei der Einrichtung einer Flugverbotszone erhoffen sich die USA die Türkei als Verbündeten: „Das ist eine der Optionen, deretwegen wir die Zusammenarbeit mit der Türkei vertiefen“. Man habe bereits beschlossen eine gemeinsame Einsatztruppe zu gründen. Davutoglu kündigte zudem an, dass auch eine Besetzung der syrischen Gebiete vor der türkischen Grenze denkbar sei, um Flüchtlingen die Einreise in die Türkei besser zu ermöglichen.

Eine militärische Intervention wurde bisher vermieden, besonders aufgrund der Ablehnung einer solchen durch Russland und China. Doch nach den Grenzgefechten zwischen Syrien und Jordanien, befürchtet man, der Bürgerkrieg könne sich auf die Nachbarländer ausweiten.

Der syrischen Opposition zufolge war der Auslöser für das derzeitige Umdenken, dass syrische Soldaten am Freitagabend auf Flüchtlinge in der Region Tel Schihab-Turra schossen. Jordanische Soldaten hatten bereits zuvor auf syrische Soldaten gefeuert, um Flüchtlinge zu schützen. Jedoch kam es bisher an der Grenze nie zu Ausschreitungen in diesem Ausmaßes.

Auch in der umkämpften Stadt Aleppo gehen die Truppen Assads weiterhin mit Panzern und Kampfflugzeugen gegen die eigene Bevölkerung vor. Die Rebellen hoffen mittlerweile auf Unterstützung aus dem Ausland. Sie bitten zum einen um Munition, zum anderen wird auch von ihnen eine Flugverbotszone gewünscht.

Einschätzungen des Bundesnachrichtendienstes wird Assad sich nicht mehr für lange Zeit an der Macht halten können. Der deutsche Außenminister, Guido Westerwelle, wünscht sich den syrischen Präsidenten vor den internationalen Strafgerichtshof in den Haag zu stellen. Um dem Blutvergießen ein Ende zu setzen, wäre auch eine Ausreise ins Exil denkbar.

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