Erdbeben im Iran: Türkei will humanitäre Unterstützung leisten

Ein Schweres Erdbeben trifft den Iran. Während sich die Türkei bereit macht zu helfen, fühlen sich die Menschen in den betroffenen Regionen von ihrer eigenen Regierung im Stick gelassen.

Die Türkei will nach dem verheerenden Erdbeben im Iran humanitäre Hilfe leisten. Derzeit werde nur auf die Genehmigung des Irans gewartet, so das türkische Außenministerium. Die Erdbeben am Samstag führten bisher zu 300 Todesfällen, 2000 Verletzten und zu erheblichen Sachschäden. Den türkischen Behörden zufolge erschütterte das erste Beben mit einer Stärke von 6.4 den Nordwesten. Es machte sechs Dörfer dem Erdboden gleich und richtete ernsthafte Schäden in sechzig weiteren Dörfern an. Die Auswirkungen waren in der Hauptstadt Teheran, Varzeghan, Ahar und in Heris in Ost-Aserbaidschan zu spüren.

Das  US-Geological Survey maß die erste Erschütterung mit einer Stärke von 6.4 und einer Tiefe von 9.9 Kilometern, 60 Kilometer von der Stadt Tabriz entfernt. Das 11 Minuten später folgende Beben mit der Stärke 6.3 und der etwa gleichen Tiefe, befand sich nur noch 49 Kilometer nordöstlich der Stadt.

Die Türkei sprach dem Iran ihr Beileid aus. Der Türkische Rote Halbmond (Kızılay) erklärte, es sei seit dem Ereignis damit beschäftigt, Hilfsvorbereitungen zu treffen, wie zum Beispiel Essen, Getränke und Decken vorzubereiten. Es fehle lediglich die Erlaubnis des Iranischen Roten Halbmondes, die Region zu betreten.

„Als ein Land das selbst bittere Erfahrungen mit Erdbeben und Naturkatastrophen gemacht hat, wird die Türkei Hilfe bereitstellen für jene Länder, die sich in Schwierigkeiten befinden. Dies stellt eine humanitäre Verpflichtung dar und die Türkei wird keine Mühe scheue, jenen Unterstützung zukommen zu lassen, die sich in Not befinden“, so das offizielle Statement.

Dabei beklagen Quellen aus der vom Erdbeben betroffenen Region, ihr eigener Staat würde der Katastrophe nicht genug Aufmerksamkeit zukommen lassen. „Die staatlichen Nachrichtenagenturen haben das Ereignis einfach ignoriert. Erst nach fünf oder sechs Stunden gab es die ersten Berichte in den offiziellen Fernsehkanälen. Sogar die Beileidsbekundungen des türkischen Außenministeriums kamen vor den ersten iranischen Nachrichtenmeldungen über das Unglück“, berichteten aserbaidschanische Türken, die an der Grenzregion leben der Tageszeitung Zaman. Demnach habe der Iran nicht reagiert, weil in dem Gebiet mehrheitlich Iraner leben: „Der Iran sieht unsere Region nicht als ein Teil des Landes an.“

Aserbaidschanische Türken stellen mit 35 Millionen die größte iranische Minderheit dar, Jedoch gibt es dauerhaft anhaltende Probleme mit der Zentral-Regierung, die sich seit der islamischen Revolution 1979 verschlechterten.

Mehr zum Thema:

Erdbeben in der Ägäis
Zivilschutz-Experten: Türkei hat beim Erdbeben völlig versagt!
Erdbeben in der Türkei: Wie viel kann Van noch ertragen?

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.