Erdoğan: Die Situation in Myanmar ist schlimmer als in Somalia

Während einer Feierstunde des Türkischen Roten Halbmondes hat Premier Erdoğan erneut auf die verheerende Situation im fernen Myanmar hingewiesen. In Telefongesprächen sei ihm mitgeteilt worden, dass die Lage dort nicht schlimmer sei als einst in Somalia.

Der türkische Premier Recep Tayyip Erdoğan nahm am vergangenen Freitag gemeinsam mit EU-Minister Egemen Bağış, dem Istanbuler Gouverneur Hüseyin Avni Mutlu, dem Präsidenten des Roten Halbmonds Ahmet Lütfi Akar und einigen anderen bekannten Persönlichkeiten, an einem Iftar-Essen zum 144. Gründungsjubiläum des Türkischen Roten Halbmondes im Haliç Kongresszentrum teil, bei dem auch 170 Unterstützer der Organisation ausgezeichnet wurden.

Türkei stellt sich entschieden gegen Vorgänge in Myanmar

Während seiner Laudation lobte Erdoğan die Errungenschaften der Hilfsorganisation und erklärte: „Wir haben ein Gefühl von Stolz, Ehre und Aufregung verspührt, als wir in einigen Ländern, die wir besuchten, die Fahne des Türkischen Roten Halbmonds direkt neben unserer türkischen Flagge haben wehen sehen.“ Doch bei aller Feierlaune vergaß der Premier nicht die Anwesenden auf die verheerende Situation in Myanmar aufmerksam zu machen. „Am vergangenen Mittwoch reisten unser Außenminister, meine Frau und meine Tochter, Teams des Türkischen Roten Halbmonds, Mitarbeiter der Agentur für türkische Zusammenarbeit und Entwicklung (TIKA) und eine ganze Reihe von Repräsentanten verschiedener Hilfsorganisationen nach Myanmar, um dort eine Reihe von Treffen abzuhalten. Das war unsere erste diplomatische Visite. Unsere Absichten gehen in keiner Weise konform mit irgendeiner Form von rassistischer oder religiöser Diskriminierung. In Telefongesprächen wurde ich darüber informiert, dass die Situation dort noch schlimmer sei als in Somalia“, so der Premier.

Doch was ihn störe, sei Folgendes: So hätten einige Medien nur danach gefragt, was der türkische Außenminister dort zu schaffen gehabt hätte. Ihre Argumentation: Bisher habe es keine diplomatischen Beziehungen zu Myanmar gegeben. Was hätte also Außenminister Davutoğlu dort verloren? (der Außenminister und die Gattin des Premiers besuchten ein muslimisches und ein buddhistisches Camp – mehr hier)

Erst in der letzten Woche wurde bekannt, dass einige türkische Hilfsorganisationen bereits mit einem Engangement für die Rohingya-Muslime begonnen hätten. Fast unbemerkt von der Weltöffentlichkeit hatte sich dort ein wahrhaftes Massaker an der muslimischen Minderheit des Landes ereignet und dauert immer noch an. Auch die türkische Regierung schaltete sich schnell ein und sicherte weitere Hilfen für die vielen Flüchtlinge zu (die Koordination dieser Kampagne, so hieß es, werde von der türkischen Katastrophenschutzbehörde (AFAD) – mehr hier).

Lob für vorbildliche Hilfe der Türkei in Somalia

Auch in Somalia hatte sich die Türkei maßgeblich engagiert (auch U2-Frontmann Bono dankte Erdogan für das Engagement in Somalia – mehr hier). Wie der türkische Außenminister Ahmet Davutoğlu am Rande der Somalia-Konferenz in London im vergangenen Februar mitteilte, hätten die dort teilnehmenden Staaten die Türkei für ihren „konstruktiven Beitrag zum Wiederaufbau des Landes“ gelobt. Alles, was die Türkei versprochen hätte, sei auch umgesetzt worden – und das mit Respekt vor der gebeutelten ostafrikanischen Nation. Gegenüber den anwesenden Journalisten hatte Ahmet Davutoğlu herausgestellt, dass die Hilfe der Türkei für Somalia keineswegs strategische Gründe habe, sondern diese aus humanitärer Verantwortung heraus geleistet werde (Anfang August 2011 startete eine großangelegte Hilfsaktion – mehr hier, und auch somalische Studenten in der Türkei empfangen – mehr hier). Die Türkei hatte im vergangee Juni einen weiteren Gipfel für Somalia ausgerichtet.

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