Elf Jahre nach dem Exit: Brillenglashersteller Essilor kehrt in die Türkei zurück

Der größte Brillenglashersteller der Welt, Essilor, kehrt elf Jahre nach seinem Rückzug aus der Türkei ins Land zurück. Nachdem das französische Unternehmen, das derzeit gut 43.000 Mitarbeiter beschäftigt, bereits 70 Prozent der Yeda Tora Optik und 51 Prozent von Opak Optik gekauft hat, will man jetzt weiter in der Türkei investieren und von dort aus die gesamte Region erschließen.

2001 hatte Essilor der Türkei auf Grund der Wirtschaftskrise den Rücken gekehrt. Jetzt, so berichten die türkischen Medien, wolle man noch einmal von Grund auf beginnen. Im Zuge dessen plane das international agierende Unternehmen nicht nur Investitionen in der Türkei, sondern betrachte das Land mittlerweile auch als Ausgangsbasis für weitere Aktivitäten in der Region (derweil drohte Toyota mit einem Produktionsstopp in der Türkei – mehr hier).

Bereits Anfang des Jahres wurden von Essilor mit dem Erwerb von 70 Prozent der Anteile an Yeda Tora Optik erste Schritte unternommen. Im vergangenen Monat dann gelang eine Vereinbarung mit dem am schnellsten wachsenden Hersteller der Branche Opak Optik. Laut Vedat Yılmaz, Generalmanager von Opak Optik und Türkei-Direktor von Essilor, habe der französische Riese bereits 51 Prozent der Anteile erworben (auch die US-amerikanische Energy Allied International will im großen Stil investieren – mehr hier).

Essilor: Neue Fabrik in der Mittelmeerregion

Die Rückkehr von Essilor in die Türkei wird von Yılmaz mit dem derzeitigen Wirtschaftswachstum des Landes begründet. Darüber hinaus kündigte er den baldigen Bau einer neuen Fabrik in der Mittelmeerregion an. Dort sollen seinen Angaben zufolge täglich rund 1000 Brillengläser produziert werden. Dabei soll es sich vor allem um so genannte „progressive“ Linsen handeln, bei denen die Fernsicht in der oberen Hälfte der Linse lokalisiert wird, während die Nahsicht in der unteren Hälfte angesiedelt ist. In einem ersten Schritt sollen dafür 50 Mitarbeiter angestellt werden.

Die Unternehmensgeschichte von Essilor reicht bis ins Jahr 1849 zurück. Die Papiere des Unternehmens werden an der Pariser Börse gehandelt. Es agiert mit Hilfe seiner rund 43.000 Mitarbeiter in etwa 100 verschiedenen Ländern weltweit. Derzeit hält Essilor etwa 46 Prozent des europäischen Marktes. In den USA liegt der Anteil bei 43 Prozent. Das vergangene Jahr wurde mit einem Umsatz von 3,8 Milliarden Euro abgeschlossen. Neben einer Fabrik in der Mittelmeerregion sollen laut türkischen Medienberichten, auch Aktivitäten in Istanbul geplant sein. Von dort aus wolle Essilor weiter in die hiesigen Märkte vordringen und seine Produkte auf dem Balkan, nach Zentral-Asien und in den Nahen Osten versenden.

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