Kopftuch verboten: Ex-Mitarbeiterin verklagt Disney

Eine ehemalige Mitarbeiterin in einem Disneyland-Restaurant hat am vergangenen Montag ihren einstigen Arbeitgeber verklagt. Die Frau wirft der Walt Disney Company Schikane und religiöse Diskriminierung vor. Sie behauptet entlassen worden zu sein, weil sie bei der Arbeit ein Kopftuch tragen wollte.

Konkret geht es türkischen Medienberichten zufolge um die 28-jährige Imane Boudlal, die seit 2008 als Bedienung in einem Storytellers Cafe im Disney’s Grand California Hotel & Spa im Disneyland in Anaheim, Kalifornien, tätig war. Nach zwei Jahren Anstellung bat die junge Frau um Erlaubnis, während der Arbeit ein Kopftuch tragen zu dürfen. Gleichzeitig bot sie an, die Farben des Tuches auf ihre Arbeitsuniform oder das Disney-Logo abzustimmen.

Doch laut ihrem Anwalt habe das Disney-Management ihre Bitte abgelehnt. Der Grund: Damit würde das durch Disney vorgegebene Erscheinungsbild seiner Mitarbeiter gestört werden. Zu den gemachten Auflagen gehöre ein Verbot sichtbarer Tattoos und auffällig lange Fingernägel. Boudlal sei daraufhin angeboten worden, entweder im Hintergrund des Lokals zu arbeiten, außerhalb der Sichtweite von Kunden, oder aber über ihrem Kopftuch einen Hut zu tragen. Als die 28-Jährige das ablehnte, so heißt es in der Klageschrift, sei sie gefeuert worden (in der Türkei hat ein Universitätsprofessor Studentinnen mit Kopftuch am Betreten der Gebäude gehindert – mehr hier).

Managemeht reagierte nicht auf Boudlals Beschwerden

Als in Marokko geborene US-Bürgerin sei sie zudem anti-arabischen und anti-muslimischen Verleumdungen ausgesetzt gewesen. So soll sie von Mitarbeitern und Vorgesetzten als „Terroristin“ und „Kamel“ beschimpft worden sein. Sämtliche Versuche das Management hier zum Handeln zu bewegen, seien jedoch ins Leere gelaufen. „Disneyland bezeichnet sich selbst als den glücklichsten Ort auf der Welt. Doch seit ich dort angefangen habe zu arbeiten, habe ich nur Schikanen erfahren“, so die Frau in einer Erklärung, die von der American Civil Liberties Union of Southern California veröffentlicht wurde. „Als ich dann beschlossen habe, ein Kopftuch tragen zu wollen, ist es noch schlimmer geworden.“ (in der Türkei machen sich AKP-Frauen für eine Aufhebung des Kopftuchverbots stark – mehr hier)

Disney erklärte unterdessen, dass man Boudlal durchaus eine Reihe von Optionen für eine Arbeitskleidung angeboten hätte, die ihrem religiösen Glauben entspräche. Darunter seien auch vier verschiedene Posten gewesen, wo sie ein Kopftuch hätte tragen können. Laut Disneyland Resort Sprecherin Suzi Brown habe das Unternehmen bisher immer Kulanz bezüglich der Anfragen ihrer Mitarbeiter und ihrer vielfältigen Glaubensrichtungen gezeigt. Unglücklicherweise hätte Boudlal jedoch alle Vorschläge abgelehnt und sich seither geweigert zur Arbeit zu erscheinen.

In ihrer Klage fordert diese nun Schadensersatz sowie eine neue Regelung von Seiten Disneys ihren Mitarbeitern keine Vorschriften hinsichtlich des Tragens eines Kopftuches mehr zu machen. Außerdem fordert sie ein Anti-Mobbing-Training für Mitarbeiter, das speziell auf muslimische Themen ausgerichtet sein soll.

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