Zwischenfall am Checkpoint Ağrı: Polizist schießt Zigarettenschmuggler in den Kopf

Ein Zigarettenschmuggler wurde am vergangenen Dienstag schwer verwundet, nachdem ihm von einem Polizist eines türkischen Sondereinsatzkommandos in den Kopf geschossen wurde. Der Vorfall ereignete sich in der osttürkichen Provinz Ağrı.

Zu dem Zwischenfall kam es, als ein Auto mit vier Schmugglern an einem Polizei-Checkpoint im Distrikt Doğubayazıt anhalten musste. Ein Polizist soll dann auf den noch im Fahrzeug befindlichen Mehmet Duman geschossen haben, während seine drei Begleiter bereits mit erhobenen Händen ausgestiegen waren und den Beamten erklärten, dass sie Schmuggler seien (bei PKK Attacken in Hatay wurden diese Woche zwei Polizisten verletzt – mehr hier).

Duman soll von den Beamten dann ebenfalls aus dem Auto gezogen worden sein. Draußen, so heißt es in der türkischen Zeitung Taraf unter Bezug auf die Aussage von einem der Schmuggler, sei dann noch einmal mit Stiefeln auf seinen Kopf eingetreten worden (bei einer Verfolgungsjagd im Istanbuler Straßenverkehr hat ein Polizist ebenfalls auf einen Zivilisten geschossen – mehr hier). Warum die Beamten allerdings derart scharf reagierten, ist nicht näher bekannt.

Nachdem Sanitäter am Checkpoint eintrafen, wurde der 21-Jährige ins Krankenhaus von Doğubayazıt gebracht. Bei dem Vorfall soll der junge Mann sein linkes Auge verloren und schwere Kopfverletzungen davon getragen haben. Dumans Vater kündigte bereits an, Beschwerde bei der Human Rights Association einzureichen. Er ist überzeugt, dass auf seinen Sohn geschossen wurde, obwohl sich dieser gestellt habe (dass die türkische Polizei nicht immer adäquat reagiert, darauf wies bereits der türkische Gesundheitsminister Recep Akdağ hin – mehr hier).

Mehr zum Thema:

Türkische Drohne Anka wird künftig mit Waffen ausgestattet
Uludere: Kann ein Grenzübergang weitere Massaker verhindern?
Türkischer Innenminister: Befehl für Uludere Angriff erfolgte durch Top-Militärs

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.