Zu hohe Ticketpreise: Fenerbahçe-Fans boykottieren Spiel gegen Elazığspor

Fans des türksischen Fußballclubs Fenerbahçe haben beschlossen, das anstehende SüperLig-Match gegen Elazığspor zu boykottieren. Der Grund: Den Anhängern sind die Ticketpreise zu hoch. Sie fordern eine umgehende Senkung.

Das erste Spiel der türkischen SüperLig ist für kommenden Samstag, den 18. August, angesetzt. Dann werden im Atatürk Stadium in İzmir die Mannschaften von Fenerbahçe und Elazığspor, die nach ihrem Abstieg im Jahr 2008 erstmals wieder mit von der Partie sind, aufeinandertreffen. Seit diesem Donnerstag werden nun Tickets für die Begegnung verkauft. Der Stückpreis liegt zwischen 55 und 255 Lira.

Fenerbahçe sollen sich nicht ausbeuten lassen

Viel zu hoch, sagt der Fenerbahçe-Fanclub. In einer schriftlichen Erklärung gaben die Fußballfreunde bekannt, dem Spiel auf Grund dessen fernbleiben zu wollen: „Wir haben etwas gegen Räuberei. Wir werden nicht zum Spiel gehen“, so die Anhänger entschieden. Bereits zu Beginn der letzten Saison, fahren sie fort, seien die Preise viel zu hoch gewesen. Was man jetzt brauche sei aber eine vernünftige Preispolitik. Der Umstand, dass Fenerbahçe jedoch an seiner alten Strategie festhalte, enttäusche sie sehr (die Stadionränge bleiben schon länger leer – mehr hier).

Es sei, ihrer Meinung nach, offensichtlich, dass hier auf die Fans, die ein unverzichtbarer Bestandteil eines Spiels seien, zurückgegriffen werde, um die Club-Kassen zu sanieren (auch Frauen haben den Fußball für sich entdeckt – mehr hier). Das sei eine geradezu chronische Krankheit im türkischen Fußball. Für sozioökonomische Strukturen in der Türkei, so ihr Vorwurf, seien die Verantwortlichen absolut blind. Der Fanclub betrachtet es als Schande, dass der Club diejenigen ausbeute, die ihr Team so leidenschaftlich begleiten. Fans, so fordert die Erklärung dementsprechend auf, sollten keine Tickets für das Spiel am kommenden Samstag erwerben, um die Pläne derjenigen zu vereiteln, die sie ausbeuten wollen. Insgesamt wünscht sich der Fanclub mehr Respekt gegenüber den Anhängern des Clubs. Er fordert die Verantwortlichen auf, die Ticketpreise künftig auf ein vernünftiges Maß zu senken.

„Kein Zwanni für’n Steher – Bundesliga muss bezahlbar bleiben“

Unmut über zu hohe Preise gibt es aber nicht nur in der Türkei. Seit geraumer Zeit macht auch hierzulande die deutsche Fan-Initiative „Kein Zwanni für’n Steher – Bundesliga muss bezahlbar bleiben“ von sich reden, die sich gegen zu hohe Eintrittspreise und Top-Zuschläge zur Wehr setzt. Unterstützt wird die Kampagne mittlerweile auch von einer ganzen Reihe von Fußballclubs. Unter anderen mit dabei sind der 1. FC Köln, FC Bayern München oder auch der VfB Stuttgart. Hierzu wird erklärt: „’Kein Zwanni für nen Steher‘ ist als schlagkräftiger Slogan gedacht, aber es geht uns nicht nur um Stehplätze. Es geht um mehr. Durch zunehmende Versitzplatzung der Stadien liegen hier die größten Einnahmemöglichkeiten der Vereine aus dem Ticketing und diese Möglichkeiten werden teils kräftig genutzt. Auch ohne Topspielzuschläge sind dort Preise von 30 bis 40 Euro schon lange keine Seltenheit mehr und Dauerkarten haben sich mehr und mehr zu einem ernstzunehmenden finanziellen Faktor in der persönlichen Lebensplanung von Fußballfans entwickelt. Von Vereinen wird in diesem Zusammenhang oft das Wort der ‚moderaten Preiserhöhung‘ verwendet. Wir als Fans und Kunden erleben diese Erhöhungen jedoch als alles andere als moderat.“

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