Streit um muslimische Feiertage: Gerechtigkeit ist nicht möglich

Pfingsten, Chisti Himmelfahrt oder Ostern: Die Bedeutung der religiösen Feiertage ist noch den wenigsten bekannt. Nun sollen in Hamburg Muslime auch an ihren Feiertagen freibekommen. Das sei übertrieben, sagen Kritiker. Als gerechte Lösung bleibt eigentlich nur die Abschaffung aller rein religiösen Feiertage.

Muslimische Verbände begrüßen den staatlichen Vertrag Hamburgs mit den Muslimen, der unter anderem die Gleichstellung muslimischer Feiertage mit christlichen beinhaltet. Ein wichtiger Schritt, der die gesellschaftliche Anerkennung der Muslime bedeuten soll. Der Vertrag ist wichtig, vor allem in Bezug auf den Religionsunterricht bietet er großes Potenzial. Die Anerkennung religiöser Feiertage wirft die Integration allerdings wieder um einen Schritt zurück. Statt auch christliche Feiertage endgültig aufzuheben, werden neue eingeführt (im Hamburger Fall müssen Arbeitnehmer die versäumten Feiertage nachholen – mehr hier). Die Ungerechtigkeit besteht darin, dass die christlichen Feiertage für alle gelten – und niemand muss die Zeit einbringen. Das Dilemma zeigt, dass es in einer multi-religiösen Gesellschaft eigentlich nur eine Lösung gibt: Die Abschaffung aller rein religiösen Feiertage.

Eine Trennung von Staat und Religion gibt es in Deutschland nicht in einer konsequenten Form. Die nachteiligen wirtschaftlichen Folgen sind ein Aspekt. Viele Feiertage in einer Gesellschaft, in der bereits 37,6 Prozent der Bürger konfessionslos sind, sind ein Luxus. Selbst religiöse Deutsche nutzen die Feiertage nur selten, um auch wirklich am Gottesdienst teilzunehmen, auch das zeigt, dass religiöse Feiertage in einem Land, das eine Vielzahl verschiedener Kulturen und Religionen beherbergt, längst überholt sind. Stattdessen muss der Staat frei von religiösen Einflüssen sein, um gleichbedeutend für die gesamte Gesellschaft zu bleiben.

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