Verschwendungssucht: AKP-Abgeordnete verursacht horrende Spritrechnungen

Die AKP-Abgeordnete Zeynep Armağan Uslu führt derzeit eine unrühmliche Liste unter türkischen Politikern an. Die Spritrechnung für den ihr zugeteilten Dienstwagen sprengt derzeit alle Rekorde. 14.000 Euro sollen in den Tank geflossen sein.

Uslu, die auch der Parliamentary Assembly of the Mediterranean (PAM) vorsteht, ist mit einem roten Sonderkennzeichen unterwegs, wie es etwa auch Vorständen internationaler Kommissionen zusteht. Die Spritkosten, die durch Fahrzeuge dieser Art aufgelaufen sind, haben sich im vergangenen Jahr, nach Angaben türkischer Medien, auf über 200.000 Euro belaufen. Allein 14.000 Euro fielen dabei allerdings auf Uslu zurück. Bekannt gemacht wurden diese Zahlen, nachdem der CHP-Abgeordnete Mahmut Tanal eine entsprechende Debatte angestoßen hatte.

Mit derartigen Summen soll Uslu übrigens nicht allein sein. So folge ihr PAM-Mitglied Ziyaettin Akbulut mit 11.500 Euro auf dem Fuße. Nur wenig dahinter im Feld bewege sich AKP-Mann und Ausschussvorsitzender Nabi Avcı, der eine Spritrechnung von 11.000 Euro aufweisen kann. Ebenfalls nicht gerade günstig komme das türkische Parlament darüber hinaus bei den Fahrzeugen von Lütfü Elvan, Vorsitzender des Haushaltausschusses, und dem stellvertretenden Vorsitzenden S.Sadi Bilgiç weg. Auch sie brächten es zusammen auf eine Rechnung von nahezu 13.500 Euro.

Benzinpreise: Türkei ist Spitzenreiter in Europa

Nicht nur in Deutschland, auch in der Türkei ist das Thema Benzinpreise derzeit äußerst sensibel. Schon im vergangenen Sommer war die Türkei innerhalb Europas Spitzenreiter auf diesem Gebiet. Hier mussten Einheimische und Urlauber am tiefsten in die Tasche greifen, um den Tank zu füllen (die hohen Steuern auf Sprit sind verantwortlich für die hohen Preise – mehr hier). Und die Entwicklung hält hier wie dort weiter an. Wie eine detaillierte Tabelle des Portals benzinpreis.de zeigt, steigen die Benzinpreise in der Türkei seit Jahren steil nach oben. Ein Liter Normalbenzin wird hier mit einem Preis von 1,81 Euro angegeben (Stand 2. Juli 2012), Superbenzin kostet gar 2,00 Euro und SuperPlus liegt mit 2,03 Euro noch ein Stückchen darüber (Stand 2. August 2012). Empfindlich teuer ist auch der Diesel. Türkische Autofahrerinen und Autofahrer müssen im Augenblick 1,77 Euro berappen (Stand 12. August 2012). In Deutschland kommen sie laut Preisfixing von diesem Freitag, den 17. August, um einiges günstiger weg: Hier schlagen Normalbenzin mit 1,741 Euro, Superbenzin mit 1,744 Euro, SuperPlus mit 1,781 Euro, Diesel mit 1,559 Euro und schließlich SuperE10 mit 1,694 Euro zu Buche.

Insgesamt hat die Belastung der türkischen Haushalte zugenommen (gleichzeitig ist die Türkei laut OECD-Bericht das Land mit den wenigesten Doppeleinkommen – mehr hier). Aktuellen Zahlen des Türkischen Statistik Insituts zufolge sind die monatlichen Ausgaben 2011 auf durchschnittlich knapp 1.000 gestiegen. Und das, owbohl die Ausgaben in den meisten Bereichen gesunken sind. Belastung Nummer eins, so stellt auch das Institut fest, waren vor allem die Mobilitätskosten (die Ausgaben für Lebensmittel sind hingegen gesunken – mehr hier).

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