Zweite Entführung im Libanon: Türkisches Außenministerium gibt Reisewarnung heraus

Die Türkei rät derzeit ihren Bürgerinnen und Bürgern alle nicht unbedingt notwendigen Reisen in den Libanon zu unterlassen. Hintergrund der ausgesprochenen Warnung: Mitte der Woche war ein türkischer Staatsbürger im Zuge einer Massenentführung als Geisel genommen worden. Jetzt ist ein weiterer Türke betroffen.

Wie das türkische Außenministerium am vergangenen Freitag mitteilte, sollten auch all jene türkischen Staatsbürgerinnen und Staatsbürger, die sich bereits im Libanon aufhielten, „alle erdenklichen Vorsichtsmaßnahmen“ für ihre Sicherheit ergreifen. Die Reisewarnung für den Libanon kam nur Stunden, nachdem die Türkei bestätigt hatte, dass ein zweiter Türke, diesmal ein Lkw-Fahrer, am letzten Donnerstag im Libanon entführt worden sei.

Erst am Mittwoch der vergangenen Woche kam es im Libanon zu einer Massenentführung von mindestens 20 Personen (die Bemühungen der türkischen Regierung den türkischen Geschäftsmann auf diplomatischem Weg frei zu bekommen, sollen seither auf Hochtouren laufen – mehr hier). Hinter der Aktion steht ein Vergeltungsakt der einflussreichen schiitischen Großfamilie Miqdad aus der Bekaa-Ebene, der damit eines seiner Stammesmitglieder, Hassan Miqdad, in Syrien freipressen möchte.

Saudi Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar haben ihre Staatsangehörigen bereits am Mittwoch dringend angeraten, den Libanon umgehend zu verlassen, nachdem weitere Entführungen dieser Art angedroht worden waren. Der Grund: Allesamt unterstützen sie die syrische Opposition und nicht den syrischen Machthaber Bashar al Assad.

Ob die Entführung des türkischen Lkw-Fahrers am Donnerstag mit dem Fall vom Vortag in Zusammenhang steht, ist bisher noch unklar. Am gleichen Tag hat sich jedoch auch die Situation für den entführten, türkischen Geschäftsmann Aydın Tufan Tekin deutlich veschärft. Der libanesische Clan hatte angedroht, ihn zuerst zu töten, falls der entführte Verwandte in Syrien nicht frei käme (die Warnung wurde gegenüber einer libanesischen Zeitung ausgesprochen – mehr hier).

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