Türkischer Innenminister İdris Naim Şahin in Hakkari attackiert

Der türkische Innenminister İdris Naim Şahin ist am vergangenen Wochenende Opfer eines Übergriffs geworden. Während einer Visite in der südosttürkischen Provinz Hakkari wurde der Politiker am Samstag von einer Menschengruppe mit Steinen beworfen.

Türkischen Medienberichten zufolge war Innenminister Şahin gerade in der Cumhuriyet Straße unterwegs, um sich nach dem Iftar-Essen mit den dort ansässigen Ladenbesitzern zu unterhalten. Dabei kam es dann zu der Attacke, die von Sympathierufen für die Terrororganisation PKK begleitet gewesen sein soll.

Sicherheitskräfte griffen ein, als Demonstranten begannen Steine in Richtung İdris Naim Şahin zu schleudern. Schnell wurde er von Polizisten umkreist und zunächst in ein nahegelegenes Geschäft in Sicherheit gebracht. Der Politiker erlitt bei dem Zwischenfall keine Verletzungen. Um die Menschenmenge auseinanderzutreiben, setzte die türkische Polizei Pfefferspray und Wasserwerfer ein. Zur Abschreckung wurden Warnschüsse in die Luft abgegeben (vor kurzem stürzte hier ein türkischer Militärhubschrauber ab – mehr hier).

Der Innenminister setzte seinen Besuch in Hakkari am Sonntag unter verschärften Sicherheitsbedingungen fort. Vom Zentrum der Provinz ging es nun mittels eines eskortierten Militärhubschraubers nach Şemdinli. Unterdessen wurde auch Kritik von Seiten des BDP-Abgeordneten Adil Kurt laut. Er beschuldigte Şahin eigentlich gar nicht wegen des Ramadanfestes in die Gegend gekommen zu sein, sondern einzig, um „zu provozieren“ (vor einigen Wochen kam es zu einem verheerenden Angriff der PKK gegen türkische Soldaten – mehr hier). Şahin hatte in Parlamentssitzungen aus seiner Abneigung gegen die BDP keinen Hehl gemacht, es kam wiederholt zu Auseinandersetzungen. Er wirft der Partei und ihren Abgeordneten im Parlament Verbindungen zur PKK vor. Kurt meint, dass Şahin, der die Abgeordneten von Hakkari beleidigt hat, nicht mit einer solchen Reaktion gerechnet habe, sei „dumm“ gewesen.

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