Türkischer Satellit RASAT: Erstes Jahr im All erfolgreich überstanden

Die Bilanz nach einem Jahr im Weltall fällt für den ersten türkischen Bodenobservierungssatellit RASAT positiv aus. Das mit rein türkischen Mittlen gebaute Gerät hat gut gearbeitet. Mittlerweile wird eine zweidimensionale Karte der Türkei angefertigt. Später soll dann auch eine dreidimensionale Karte der Erde erstellt werden.

RASAT wurde im August 2011 ins All geschossen (der Start erfolgte vom Raketenstützpunkt Jasny nahe der kasachischen Grenze aus – mehr hier). Mit Hilfe seiner 7,5 Meter schwarz-weiß sowie einer 15 Meter Multiband-Aufzeichnungskapazität hat der Satellit seither Bildaufnahmen von der gesamten Erde geliefert und an die Basisstation auf dem METU Campus in der türkischen Hauptstadt übermittelt (es gibt derzeit Planungen in Ankara das größte Forschungszentrum der Türkei zu erreichten – mehr hier). Das umfassende Bildmaterial wird nun dazu genutzt, eine zweidimensionale Karte der Türkei anzufertigen, die türkischen Medienberichten zufolge so gut wie fertiggestellt sein soll.

Zusammenarbeit mit öffentlichen Einrichtungen

Bis zum Ende des Jahres, so heißt es weiter, würden die rund 1200 Bilder zusammengefügt sein. Ebenfalls bis Ende 2012 werde TÜBİTAK das Material dann mit allen öffentlichen Einrichtungen und Institutionen teilen, die diese Form von Aufnahmen für ihre Arbeit benötigen würden. Derzeit arbeite das Institut zudem daran, ein Protokoll über eine mögliche Zusammenarbeit mit Einrichtungem wie dem Wasserwirtschaftsamt oder dem Mineralogischen Forschungs- und Schürfinstitut (MTA) zu verfassen. Nach der zweidimensionalen Karte solle es im nächsten Jahr dann an eine dreidimensionale Version gehen.

Mit der Entwicklung eines inländischen Software-Plattform und einer Web-basierten Schnittstelle, an der seit Anfang 2012 gearbeitet wird, könnten die Anwender, also zunächst staatliche Einrichtungen, Forschungszentren und Universitäten, die Bilder dann nicht nur ansehen, sondern auch kostenfrei herunterladen. Auch die Bestellung einzelner Aufnahmen, so berichten die türkischen Medien, sei möglich.

„Rasat Earth“ als türkische Konkurrenz für Google Earth

Konstruiert wurde der nur gut 100 Kilogramm leichte RASAT vom Wissenschafts- und Technologieforschungsrat der Türkei TÜBİTAK-UZAY. Finanziert wurde er vom Staatlichen Planungsamt DPT und sollte den im Jahr 2006 außer Dienst gestellten Satelliten BILSAT-1 ersetzen. Ein Ziel darüber hinaus: Die Türkei will sich mit Hilfe von RASAT unabhängiger von den im Weltraum gesammelten Daten anderer Nation machen. Die Ideen der türkischen Wissenschaftler sind weit gediehen. Ein „Rasat Earth“ als türkische Konkurrenz für Google Earth wurde bereits ins Spiel gebracht.

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