Trotz Spannungen: Papst Benedikt XVI. will in den Libanon reisen

Papst Benedikt XVI. hält im Augenblick trotz zunehmender Spannungen im Libanon an seiner geplanten Reise fest. Der Pontifex wird bereits kommenden Monat im syrischen Nachbarstaat erwartet. Das gab nun der Vatikan bekannt.

Wie Vatikan-Sprecher Federico Lombardi mitteilte, würden die Vorbereitungen für die 24. Auslandsreise des Oberhaupts der Katholischen Kirche derzeit fortgesetzt. Die Visite Benedikts XVI. im Libanon soll vom 14. bis zum 16. September dieses Jahres stattfinden. Das Sicherheitsfahrzeug des Papstes, das so genannte Papamobil, sei, so Lombardi weiter, bereits auf dem Weg nach Beirut.

Der Libanon gerät derzeit immer tiefer in den Strudel der Unruhen, die bereits seit 17 Monaten im benachbarten Syrien herrschen. Erst vor wenigen Tagen kam es zu einer Massenentführung syrischer Bürger. Ein Vergeltungsschlag für ein in Syrien gefangenen genommenes Mitglied eines einflussreichen libanesischen Clans (auch ein Türke befindet sich unter den Geiseln – mehr hier).

Im Zuge der sich immer weiter verschärfenden Lage im Libanon haben einige Golfstaaten ihre Bürgerinnen und Bürger bereits dazu aufgefordert, das Land schnellstmöglich zu verlassen. Zuletzt gab es auch Drohungen gegen Menschen aus Saudi Arabien und Katar. Die Türkei und die USA haben nun ebenfalls vor weiteren Attacken gewarnt.

Christen und Muslime: Fairness und Dialogbereitschaft

Es wird erwartet, dass Benedikt XVI. während seiner dreitägigen Reise den Frieden in den Vordergrund stellen wird. Daneben gehen Beobachter davon aus, dass er auch an die Muslime appellieren werde, in Fairness und Dialogbereitschaft mit den Christen der Region zusammenzuarbeiten. Der 85-jährige Deutsche soll sich während seines Besuchs mit verschiedenen religiösen Oberhäuptern und Politikern treffen. Auf der Agenda steht auch eine große Messe in Beirut (derweil wachsen die Ängste der Christen in Syrien – mehr hier).

20.000 junge Leute in Beirut erwartet

„Mit Blick auf die Papstreise hat Anfang August im Nahen Osten ein konfessionsübergreifender Gebetsmarathon begonnen: Von Bkerke über Gaza bis Bagdad sprechen Maroniten, Melkiten, Chaldäer, syrisch-katholische und armenische Gläubige in verschiedenen Ländern die gleichen Gebete, um sich geistig auf Benedikts Besuch vorzubereiten“, berichtet derzeit das Münchner Kirchenradio über die Euphorie im Vorfeld des Besuchs von Ratzinger. Vor allem unter den jungen Gläubigen seien die Erwartungen groß, zitiert das Medium den Koordinator der Papstreise auf libanesischer Seite, Pater Marwan Tabet. Für sie sei der Papstbesuch so etwas wie ein Blick in die eigene Zukunft. Für das große Jugendtreffen mit dem Papst im libanesischen Bkerke bei Beirut würden laut seinen Angaben über 20.000 junge Leute erwartet.

Dennoch, so schreibt das Domradio, würden die Befürchtungen im Augenblick wachsen, dass der Papst am Ende doch nicht kommen wird. Die Folgen wären fatal: „(…) bei der christlichen Minderheit im Land wächst neben der Angst vor einem erneuten Bürgerkrieg auch die Sorge vor politischer Bedeutungslosigkeit. ‚Wenn der Papst nicht kommt, bedeutet das das Aus für die Christen im Libanon.‘ (…) eine kurzfristige Absage aus Sicherheitsgründen könnte die religiöse Kräfte-Balance im Land und damit die christliche Minderheit zusätzlich schwächen.“

Es ist die erste Visite eines Papstes im Libanon seit 15 Jahren.

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