Entführung im Libanon: Schiitischer Clan erhöht den Druck

Der einflussreiche schiitische Meqdad-Clan, der in der vergangenen Woche unter anderem einen türkischen Geschäftsmann entführt hat, droht nun mit Konsequenzen, falls ihr in Syrien festgehaltener Angehöriger nicht baldmöglichst frei käme. Befürchtungen um das Leben des türkischen Staatsangehörigen werden damit neu geschürt.

Wie Maher Meqdad, Sprecher des Clans, bereits am vergangenen Montag gegenüber dem libanesischen Blatt Daily Star erklärt, werde Aydın Tufan Tekin nicht eher freikommen, bis sich der von der syrischen Opposition entführte Hassan Meqdad wieder auf freiem Fuß befände. Im Zuge dessen drohte Meqdad mit nicht näher genannten Konsequenzen nach dem Eid al-Fitr.

„Die Meqdad Familie hat beschlossen, der Diplomatie eine Chance zu geben“, so der Sprecher während des Telefongesprächs mit der Zeitung. Falls dieser Weg jedoch fehlschlage, werde man andere Seiten aufziehen. Er kündigte an, dass das weitere Vorgehen des Clans im Rahmen einer Pressekonferenz nach dem Ende der Ferien am kommenden Donnerstag bekannt gegeben werde.

Außenminister Adnan Mansour wendet sich an Clan

Aydın Tufan Tekin wurde am vergangenen Mittwoch kurz nach seiner Ankunft am Flughafen von Beirut gemeinsam mit zahlreichen anderen, syrischen Staatsbürgern entführt. Später gab der Clan an, man habe die Syrer mittlerweile wieder laufen lassen, nachdem für sie klar gewesen wäre, dass sie nicht der Freien Syrischen Armee angehörten.

Nach Angaben von Maher habe Außenminister Adnan Mansour den Clan darum gebeten, der libanesischen Regierung die Möglichkeit zu geben, bis nach den Eid al-Fitr Ferien eine diplomatische Lösung zu finden (auch die Türkei hatte dies kurz nach Bekanntwerden der Entführung angekündigt – mehr hier). Was geschieht, wenn die Regierung nicht erfolgreich ist, darüber werde die Familie dann entscheiden. Schon jetzt deutete er jedoch an, dass die Konsequenzen vom bewaffneten Teil des Clans ausgeführt würden. Ebenso offen ließ der Clan-Sprecher, ob künftig weitere Entführungen zu befürchten seien.

Wie mittlerweile bekannt wurde, soll der entführte türkische Geschäftsmann erkrankt und am Montag von einem Arzt behandelt worden sein. Über seinen aktuellen Gesundheitszustand liegen jedoch keine näheren Angaben vor. Der libanesische Clan hatte angedroht, ihn zuerst zu töten, falls der entführte Verwandte in Syrien nicht frei käme (die Warnung wurde gegenüber einer libanesischen Zeitung ausgesprochen – mehr hier)

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