Schlag gegen die Frauen: Iran verbannt sie aus 77 Studiengängen

Im Iran gehen mehr Frauen als Männer zur Universität. Ein Umstand, der sich nun offenbar ändern soll. Denn die iranische Regierung hat beschlossen, ganze 77 Studiengänge für sie zu verbieten. Für die Frauen im Land bedeutet das einen herben Rückschlag bezüglich ihre Rechte und Freiheiten.

Bisher wurden Männer und Frauen während aller Schulklassen und auch einigen Vorlesungen an der Universität getrennt unterrichtet. Nun soll Frauen komplett der Zugang zu einigen Studiengängen verwehrt bleiben. Damit werden die Rechte von Frauen im konservativ islamischen Staat immer weiter eingeschränkt.

Das iranische Ministerium für Wirtschaft und höhere Bildung verbietet neuerdings Frauen sich für 77 Fachbereiche an der Universität einzuschreiben. Die fadenscheinige Begründung: Für sie soll es nach dem Abschluss ihrer Studien keine Arbeit geben, so der Telegraph.

„Studiengänge passen nicht zur weiblichen Natur“

„Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass selbst wenn Frauen in diesen Fachbereichen ihr Studium abschließen, scheitern sie daran, aktiv in jenen Bereichen zu arbeiten“, argumetiert ein Beamter des Ministeriums. Außerdem fügt er hinzu: „ Arbeitsgebiete wie die Landwirtschaft oder die Bergbauindustrie passen nicht zur weiblichen Natur.“  (an der Universität von Ege hat ein Professor Studentinnen mit Kopftuch daran gehindert das Gebäude zu betreten – mehr hier)

Ab dem kommenden Semester wird es Frauen an den insgesamt 36 staatlichen Universitäten nicht mehr möglich sein, Ingenieurin, Kernphysikerin, Archäologin, Ökonomin oder Informatikerin zu werden. Auch englische Literatur, Übersetzung und Hotel-Management gehören zu den für Frauen unzulässigen Studiengängen.

65 % der Studenten an iranischen Universitäten sind Frauen

Ein anderer Offizieller des Ministeriums gab an, dass die neue Regelung darauf abziele, ein Gleichgewicht im Bildungswesen herzustellen. 65 Prozent der Studenten an iranischen Universitäten sind derzeit Frauen. Demzufolge hat das Land eine der höchsten Universitätsabschlussraten von Frauen im Vergleich zu den Männern auf der Welt.

Diese Eingrenzung der Freiheiten der Frauen im Iran ist bei weitem kein Einzelfall. Erst kürzlich war es ihnen verboten worden während der Fußball Europameisterschaft zum Public Viewing zu gehen. Angeblich da „die Vermischung der Geschlechter zu Verderbnis führe.“ (der Polizeichef erklärte, dass die Umgebung für Frauen unangemessen sei – mehr hier)

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