Kampf gegen Übergewicht: Türkische Schulkinder sollen künftig täglich eine Stunde turnen

Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit leiden mehr Menschen an Über- als an Untergewicht. Auch die Türkei kämpft mit der Volkskrankheit Fettleibigkeit und hat deshalb beschlossen, dass alle Grundschulkinder eine Stunde am Tag Gymnastik machen sollten, bevor sie nach Hause gehen dürfen.

Das Gesundheitsministerium hat das Ministerium für nationale Bildung offiziell aufgefordert eine Stunde Sportunterricht am Tag im neuen Schulcurriculum aufzunehmen, um so Übergewicht zu vermeiden. Daraufhin hat der Bildungsausschuss nun eine Stunde Gymnastik pro Tag in den Stundenplan der türkischen Grundschulkinder eingefügt (mit Schulmilch bzw. vielleicht bald auch Schulsaft soll auch hinsichtlich der Ernährung der Kinder am Rädchen gedreht werden – mehr hier).

Dem neuen Rahmenplan zufolge werden Erst- bis Viertklässler eine Stunde lang den so genannten „Spiel und Sport“ Unterricht besuchen müssen. Schüler der ersten bis dritten Klasse werden diesen Kurs fünf Stunden die Woche haben, während Viertklässler nur zwei Stunden ran müssen. Von der fünften bis zur achten Klasse wird es zwei Sportstunden pro Woche geben. Zusätzlich haben Schüler der Sekundarstufe II die Möglichkeit einen zwei- bis vierstündigen Sportkurs als Wahlpflichtfach der Kategorie „Kunst und Sport“ zu besuchen.

Sport für Schüler mindestens genauso wichtig wie Arithmetik

Der Vorsitzende der öffentlichen türkischen Gesundheitsorganisation, Mustafa Mustafa Öztürk, betonte in diesem Zusammenhang gegenüber den türkischen Medien, dass das Vorbeugen von Übergewicht schon in der Kindheit anfangen müsse und damit sei Sport für Schüler mindestens genauso wichtig wie Arithmetik. Schließlich stelle Fettleibigkeit und die damit einhergehenden Krankheiten mittlerweile eine weltweite Gefahr für junge Menschen dar (Forderungen nach einem bewussteren Einkauf türkischer Verbraucher wurden bereits laut – mehr hier).

Weiterhin verweist Öztürk hier auf die WHO, die 60 Minuten Sport am Tag für 5- bis 17-Jährige von besonderer Bedeutung sei. Dies sei unter anderem notwendig, um Diabetes, Übergewicht, Muskel- und Knochenproblemen, Ängstlichkeit und Depressionen vorzubeugen.

Schulhöfe sollen körperliche Aktivität fördern

Das Ministerium für nationale Bildung sei auch dazu aufgefordert worden, sicher zu stellen, dass alle Spielplätze mit Erde bedeckt und mit Bäumen bepflanzt sind. Denn bisher waren sie oft als Parkplätze genutzt worden und hatten Kindern somit einer großen Unfallgefahr ausgesetzt. „Außerdem haben wir angefordert, dass Schulhöfe körperliche Aktivität fördern sollen. Auch die Anzahl der Sporthallen soll erhöht werden“, gab Öztürk an.

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