Exportschlager: Türkische Pharmaindustrie wächst rasant

Das Marktvolumen der Pharmaindustrie in der Türkei hat sich in den vergangenen Jahren verdoppelt. Doch trotz dieses Wachstums kommt ein Großteil der Medikamente in der Türkei aus dem Ausland. Die türkischen Pharmakonzerne haben sich nämlich auf den Export konzentriert, da ihre Produkte aufgrund hoher Kosten keinen Absatz finden.

Das Marktvolumen der türkischen Medikamentenindustrie hat sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt und liegt nun bei rund acht Milliarden Dollar. Das geht aus einem Bericht der Chemical Materials and Products Exporters’ Association in Istanbul hervor (İKMİB) Demnach schossen pharmazeutische Exporte in den vergangenen fünf Jahren um 58,6 Prozent in die Höhe.

Doch das hat nicht unbedingt damit zu tun, dass die Pharmaindustrie sehr viel mehr produziert. Statt für den eigenen Markt Medikamente herzustellen, hat sich die Industrie auf Exporte konzentriert, wie die Hürriyet berichtet (das will die Türkei am liebsten so schnell wie möglich ändern – mehr hier). Grund dafür waren steigende Preise für Medikamente im Land und die damit einhergehenede schrumpfende Abnahme der Produkte.

Deutschland, der Irak und die Schweiz sind die größten Absatzmärkte, aber auch Großbritannien, der türkische Teil Zyperns, Slowenien, Belgien, Autonome Republik Nachitschewan, die Vereinigten Staaten und Algerien gehören zu den zehn Hauptabnehmern.

Türkische Pharmakonzerne haben 2011 Produkte im Wert von rund 512 Millionen US-Dollar exportiert. 2007 lag diese Zahl noch bei 323 Millionen. 2012 haben die Exportzahlen die des Vorjahres bereits nach sieben Monaten erreicht (das ist auch im Ausland nicht unbemerkt gebliegen, wodurch ausländische Pharmakonzerne nun versuchen, Anteile an den türkischen Firmen zu erwerben – mehr hier).

Es gibt fast 300 Firmen, die aktiv in der Medikamentenwirtschaft beteiligt sind. Dennoch wird sie dominiert von den 20 größten Firmen, die 65 Prozent des Marktes ausmachen.
Zusammengefasst würde der Marktwert der 50 Topunternehmen 85 Prozent des gesamten Marktes ausmachen.

„Der Anstieg von Exporten von einem der wichtigsten Industriezweige, der Pharmaindustrie, ist beachtlich“, so der Vorsitzende der İKMİB. Möglicherweise werde sich der Außenhandel mit wertvolleren Produkten noch steigern, meint er.

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