20 Jahre nach Rostock-Lichtenhagen: „Die Mehrheit darf keine Bedrohung darstellen“

Zu Ausschreitungen wie in Rostock-Lichtenhagen vor 20 Jahren darf es nie wieder kommen, darüber sind sich alle einig. Doch hat Deutschland bisher noch nicht genug getan, um alle Bürger vor solchen Vorfällen zu beschützen, meint Grünen-Politiker Memet Kılıç.

Heute vor 20 Jahren kam es in Rostock-Lichtenhagen zu fremdenfeindlichen Ausschreitungen, die zu den massivsten der Nachkriegszeit gehören. Vor einem Asylbewerber-Wohnheim randalierten rechtsextremistische Gruppen ganze fünf Nächte lang, Tausende Menschen sahen zu und jubelten.

„Die ganze Welt hat die Ereignisse in Deutschland mit Enstetzen verfolgt“, erklärt Memet Kılıç, Integrationssprecher der Grünen. Doch seit dieses Vorfalls habe Deutschland nicht viel dazu gelernt, kritisiert er. Die im vergangenen Jahr ans Tageslicht geratenen Taten der NSU hätten gezeigt, dass „Deutschland im Bereich des Rassismus keinen Schritt voran gekommen ist“ (der NSU-Ausschuss versucht immer noch, die Taten aufzuklären – mehr hier).

Die einzige Lösung dieses Problems sei, dass die Regierung ohne Rücksicht auf ihr Image, in allen Bereichen gegen Rassismus aktiv werden müsse (ein NPD-Verbot gehört für ihn nicht dazu, denn dadurch werde sich nur die Anhängerzahl erhöhen – mehr hier). Darüber hinaus müssten vor allem die Rechte der Einwanderer sowie der zivilen Gesellschaft gewahrt und gestärkt werden. „Die Mehrheit darf keine Bedrohung darstellen und die Multikulturalität muss in allen Bereichen gefördert werden“, so Kılıç.

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