Fußball-Nachspiel: Türkische Nationalisten hacken Spartak Moskau Webseite

Die Begegnung Fenerbahçe gegen Spartak Moskau hat nun auch ein Nachspiel im Internet. Türkische Nationalisten sollen in der vergangenen Nacht die Internetseite des russischen Clubs gehackt haben. Eingefordert werden soll damit eine Entschuldigung der Offiziellen, nachdem eine Gruppe russischer Fans während der Champions League Begegnung am 21. August türkische Fahnen und Atatürk-Poster in Brand gesteckt hatte.

Die Hacker, so berichtet derzeit die türkische Hürriyet, hätte den ursprünglichen Content der russischen Seite entfernt und stattdessen die Aufforderung platziert, sich „umgehend zu entschuldigen“. Um welche Gruppierung es sich genau handelte, ist derzeit nicht klar (bekannt ist in der Türkei vor allem die Gruppe RedHack. Derzeit gibt es Forderungen von Seiten der Staatsanwaltschaft sie als terroristische Organisation einzustufen – mehr hier). Konkret, so zitiert das Blatt die Erklärung, heißt es: „Sie werden sich sofort bei der türkischen Republik und dem türkischen Volk entschuldigen. Keine Straftat bleibt ungesühnt. Die FIFA möge ihnen vergeben, doch wir werden das nicht.“ Darüber hinaus zu sehen war ein Porträt Atatürks samt einer türkischen Flagge.

Am vergangenen Dienstag hatten Anhänger von Spartak Moskau im hiesigen Luzhniki Stadion türkische Fahnen und Poster mit dem Antlitz des Gründers der modernen türkischen Republik, Mustafa Kemal Atatürk, angezündet. Das russische Team hatte das Champions League Hinspiel am Ende mit 2:1 gegen Fenerbahçe gewonnen.

Rowdys und Rassismus im Stadion: Russland hat keinen Plan

Aktuell ist die Internetpräsenz von Spartak Moskau nicht zu erreichen (Stand 11.15 Uhr). Russland, das 2018 die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft austrägt, hat bereits vor einiger Zeit angekündigt, dem Rowdytum in den Stadien den Kampf anzusagen (das sicherte der russische Sportminister Vitaly Mutko bereits im vergangenen März zu – mehr hier). „Natürlich ist das schlecht und Russland wird gegen solche Erscheinungsformen von Rassismus kämpfen“, stellte Mutko während einer Pressekonferenz, die sich mit den Vorbereitungen der Weltmeisterschaft befasste, heraus. Wie das genau aussehen soll, dazu äußerte sich der Minister allerdings nicht. Erst Zwei Tage zuvor war der kongolesische Fußball-Spieler Chris Samba, der für den russischen Club Anzhi Makhachkala aktiv ist, mit einer Banane attackiert worden.

Eine eher passive Haltung zu diesem Thema vertrat hingegen Alexei Sorkin. Der Chef des Organisationskommittees erklärte, dass er glaube, dass Russlands Stolz diese Wettkämpfe austragen zu dürfen, sämtliche Vorurteile untergraben werde. „Ich bin mir sicher, dass in Vorbereitung einer Veranstaltung wie dieser Fußball-Weltmeisterschaft es die Gesellschaft sein wird, die dieses Phänomen beseitigen wird“, baut er auf die vermeintlichen „Selbstheilungskräfte“ der russischen Bevölkerung.

Zuletzt hatte der russische Fußballverband im vergangenen Juni eine Mahnung an russische Fußballfans ausgesprochen. Sie sollten sich zurückhalten. Zuvor hatte die UEFA ein Disziplinarverfahren gegen den russischen Fußballverband wegen eines ungehörigen Verhaltens russischer Fans beim EM-Spiel Russland gegen Tschechien eingeleitet.

http://www.youtube.com/watch?v=lCcidkgDaU8

Mehr zum Thema:

Fenerbahçe verliert in Moskau
Galatasaray, Fenerbahçe, Trabzonspor und Bursaspor: Die Türken gehen in Europa auf Punktejagd
Ab August: Russland startet neuen islamischen TV Sender


Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.