Gestörte Internetverbindung in Syrien: Türk Telekom hat die Leitung nicht vorsätzlich gekappt

Wie das türkische Telekommunikationsunternehmen Türk Telekom derzeit mitteilt, seien seine Internet-Dienste im benachbarten Syrien zum Erliegen gekommen. Der Grund hierfür läge in Infrastrukturproblemen des krisengeschüttelten Landes und nicht, wie zuvor spekuliert, in der Haltung der Türkei zum Assad-Regime.

In einer von der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu verbreiteten Erklärung dementiert das Unternehmen Berichte, wonach es die Internetverbindung zu Syrien auf Grund der kritischen türkischen Haltung zum Assad-Regime gekappt habe. Man bestand darauf, dass der Grund für die Schwierigkeiten in der syrischen Glasfaser-Infrastruktur selbst zu finden seien.

PCCW Global löst Führungsposition der Türk Telekom ab

Nach eigenen Angaben ist Türk Telekom bereits seit dem 11. August dieses Jahres nicht mehr in der Lage seine Dienste in Syrien anzubieten. Wie unter anderem Die Neue Züricher Zeitung berichtet, halte das Unternehmen PCCW Global aus Hongkong mittlerweile den Großteil des Internetverkehrs aus und nach Syrien aufrecht. Dies, so das Medium weiter, lege zumindest eine Untersuchung der amerikanischen Netzwerk-Analysefirma Renesys Corp., die sich auf die Überwachung des Internet-Traffics spezialisiert hat, nahe. Damit lösen die Asiaten den bisher wichtigsten Partner Türk Telekom ab (bis Ende Juli haben bereits mehr als 120.000 Menschen das Land verlassen – mehr hier).

Im Zuge der sich immer weiter verschärfenden Spannung mit Syrien hat die Türkei bereits einige Sanktionen verhängt. Stets betonte man jedoch, dass man dabei gegen das Regime und nicht gegen die Bevölkerung agiere. So beliefere man das Land etwa nach wie vor mit Elektrizität (welche Kosten allein die Aufnahme von Flüchtlingen in der Türkei verursacht, ist derzeit nicht exakt klar – mehr hier).

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